Mehrheit für geplante Schweinemast bei Guntershausen

Baunatal. Rückendeckung gibt es vom Baunataler Stadtparlament für die Ansiedlung eines Schweinemastbetriebes bei Guntershausen. Nach etwa anderthalbstündiger Debatte lehnten die Stadtverordneten am Montag mit großer Mehrheit einen Antrag der Grünen ab.

Mit diesem sollten die Planungen für die Anlage der Guntershäuser Landwirtsfamilie Schmidt sowie für weitere Mastbetriebe im Bereich der VW-Stadt gestoppt werden.

Lediglich die Grünen stimmten für ihr eigenes Papier. Sie sehen unter anderem gesundheitliche Risiken durch multiresistente Keime und eine artgerechte Tierhaltung nicht gegeben. Ziel sei, die Stadtverwaltung zum Umdenken zu bewegen, sagte Juliane Kothe für den Antragsteller. „Massive Ängste und Bedenken der Baunataler Bürger werden in den Wind geschlagen.“

Der Antrag der Grünen richtete sich gegen die Ansiedlung eines Schweinestalls auf einer Fläche zwischen Guntershausen und Grifte. 600 Meter von der Bebauung entfernt soll der Betrieb mit rund 1200 Schweinen entstehen. Nach Prüfung mehrerer Flächen hatten die Behörden für dieses Gelände kürzlich grünes Licht gegeben.

Die Baugenehmigung bei der Bauaufsicht des Landkreises Kassel steht kurz vor der Unterzeichnung. Die von Gegnern des Vorhabens angestoßene Suche nach einer Alternativfläche, die weiter vom Ort entfernt gelegen sein soll, verläuft bislang ohne Erfolg.

Heftige Kritik mussten die Grünen vor allem von der CDU-Fraktion einstecken. „Es wird unterstellt, dass die Landwirte ihre Tiere nicht artgerecht halten“, sagte Mathias Finis. Er warf der Fraktion vor, damit Diskriminierung eines ganzen Berufsstandes zu betreiben.

Und Dierk Koch (CDU), selbst Landwirt und Mitarbeiter des Landesbetriebes Landwirtschaft, brach eine Lanze für das Vorhaben der Guntershäuser Investoren. „Herr Schmidt und andere Masthalter werden nur Geld verdienen, wenn sich die Tiere wohlfühlen“, sagte er.

Rathaus bleibt dabei

Und auch das Rathaus bleibt bei seiner bisherigen Bewertung der Situation in Guntershausen. „Ich bin bestürzt darüber, wie mit dem rechtlichen Verfahren hier umgegangen wird“, sagte Erste Stadträtin Silke Engler. „Nach geltendem Baurecht ist eine Baugenehmigung zu erteilen.“

Laut Engler werde auf die Belange der Anwohner von Guntershausen besonders eingegangen. Der Mindestabstand zur Wohnbebauung von 300 Metern sei in diesem Fall doppelt so groß.

Von Sven Kühling

Rubriklistenbild: © picture-alliance / dpa/dpaweb

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