HNA online: 49,7 Prozent sähen Staufenberg lieber in Hessen – Bürgermeister kritisiert Landrat Schmidt

Mehrheit sieht Wechsel positiv

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Grenzgebiet: Die Fulda schlängelt sich um Gut Kragenhof herum. Das Gut selbst gehört zur Stadt Kassel, die Zufahrt ist nur über das niedersächsische Staufenberg möglich. Im Hintergrund ist Simmershausen zu erkennen, das zum Landkreis Kassel gehört.

Kreis kassel / Staufenberg. Viele Menschen in der Region können sich einen Wechsel der südniedersächsischen Gemeinde Staufenberg nach Hessen vorstellen.

In einer nicht repräsentativen Abstimmung im Internet auf HNA online zeigten sich 49,7 Prozent der Teilnehmer (366) davon überzeugt, dass die 8100-Einwohner-Gemeinde von einem Wechsel in den hessischen Landkreis Kassel profitieren würde. 26,5 Prozent (194 Teilnehmer) ist es dem Abstimmungsergebnis zufolge egal, ob Staufenberg zu Niedersachsen oder zu Hessen gehört. 23,8 Prozent (175 Teilnehmer) sind dagegen der Überzeugung, dass sich Staufenberg durch einen Wechsel nach Hessen verschlechtern würde.

Unterdessen übt Staufenbergs Bürgermeister Volker Zimmermann (CDU) scharfe Kritik an Landrat Uwe Schmidt (SPD). Wie berichtet, hatte dieser durch eine Bemerkung während der 40-Jahr-Feier von Niestetal die seit Jahren schwelende Debatte über einen möglichen Wechsel nach Hessen wieder angefacht. „Ein Landrat in verantwortlicher Position sollte derartige Anspielungen nicht in die Öffentlichkeit tragen“, sagte Zimmermann gegenüber der HNA. Dies verunsichere nur die Einwohner. Die Diskussion über einen Wechsel nach Hessen nannte er ein „unsinniges Unternehmen“.

Zimmermann erinnerte an den im vergangenen Jahr vollzogenen Gebietstausch zwischen Staufenberg und seiner hessischen Nachbargemeinde Nieste.

Die Verhandlungen über die 15 Hektar, auf denen niemand lebt, hätten zehn Jahre gedauert. Eine Wechseldebatte, so Zimmermann, würde zehn Jahre Stillstand bedeuten, weil Niedersachsen die abtrünnige Gemeinde nicht mehr fördern würde.

Auch SPD, Grüne und CDU im Staufenberger Rat sehen derzeit keinen Handlungsbedarf, erklärten deren Vorsitzende Albert Vogeley, Volkhard Hartmann und Knut Gertler unisono. SPD und Grüne wollen aber die Zusammenarbeit mit der „Boom-Region Kassel“ (Vogeley) auf wirtschaftlicher Ebene verstärken.

Der Göttinger Landrat Bernhard Reuter (SPD) kann dagegen mit dem Vorstoß seines Kollegen Schmidt nichts anfangen. Er nannte die Diskussion „eine typische Sommerlochdebatte“. Er habe mit seinem Beitrag das Thema regionale Zusammenarbeit auf die Tagesordnung bringen wollen, sagte Landrat Schmidt gestern gegenüber der HNA. Diese sei auch über Ländergrenzen hinweg möglich. „Meine Botschaft an die Nachbarn lautet: Lasst uns doch mal über das Thema reden“, so Schmidt. Der Vorstoß sei daher nicht als Affront zu verstehen. Archivfoto: nh

Von Peter Ketteritzsch und Ekkehard Maas

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