Frieda und Anton Glöckner aus Dörnhagen

70 Jahre verheiratet: „Meine Frieda ist Gold wert“

Seit 70 ein Ehepaar: Frieda und Anton Glöckner feiern heute das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Foto: Oschmann

Fuldabrück. Wie war denn das mit der Verlobung? „Ja, aber das ist so lange her“, sagt Anton Glöckner. Daran könne er sich wirklich nicht mehr erinnern, gibt der 90-Jährige fröhlich zu. Nur zwei Daten sind für ihn und seine ein Jahr jüngere Frau Frieda wichtig:

Der 2. Februar 1943, als sie geheiratet haben, und der 12. August 1945, als die beiden als Flüchtlinge aus dem Sudetenland in Ramsau bei Berchtesgaden eintrafen. „Das vergessen wir nie“, sagen sie.

Am Samstag feiern Frieda und Anton Glöckner aus Dörnhagen das seltene Fest der Gnadenhochzeit. 70 Jahre sind die beiden verheiratet. „Na, da sind wir seit der Eisernen Hochzeit ja nur fünf Jahre älter geworden“, scherzt Anton Glöckner.

Aus der Gegend um Karlsbad stammen die beiden, drei Stunden Fußmarsch hin und zurück nahm Anton in Kauf, um seine Frieda zu sehen. „Na ja, den ersten Kuss gab‘s halt irgendwann“, sagen die beiden lächelnd und wollen nichts Näheres verraten. Auch nicht, was sie aneinander angezogen hat. Nur so viel: „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagt der Ehemann.

In Dörnhagen, wo bereits Friedas Eltern lebten, fassten die Glöckners Fuß. Anton Glöckner, gelernter Ofensetzer, schulte um zum Maurer. Später arbeitete er bei der AEG, war Vorarbeiter und die letzten Berufsjahre dann im Postbüro des VW-Werks beschäftigt.

Frieda Glöckner fand Arbeit in Kassel in einer Teppichfabrik, später war sie in der Kontrolle bei VW tätig. 32 Jahre lang war sie berufstätig, zwei Söhne, Werner und Ewald, bekam das Paar. Und verbrachte seine Freizeit mit Häuser bauen. Erst das eigene in der Guxhagener Straße, dann für die Schwiegereltern, Freunde und Bekannte.

Immer packten die Glöckners mit an, halfen nach Kräften, wo sie gebraucht wurden. Zementsäcke und anderes Baumaterial schleppen, den Maurern zuarbeiten, „ich habe das gerne gemacht“, sagt Frieda Glöckner, die klein und zierlich ist. Und so ganz nebenbei auch noch das eigene Haus, die beiden Söhne, den großen Garten versorgte und 32 Jahre nebenher berufstätig war.

„Ich bin stolz auf meine Frau, darauf, wie tüchtig sie ist“, sagt Anton Glöckner und lächelt glücklich. Er lächelt überhaupt viel und still vor sich hin, hat schöne Erinnerungen, wenn seine Frau erzählt. „Gold wert ist meine Frieda“, sagt der Ehemann leise und sehr bewegt, als es um seine beiden schweren Herzoperationen geht.

Am heutigen Samstag feiern die Glöckners, die drei Enkel und drei Urenkel haben, ihr 70-jähriges Ehejubiläum. Wollen sie in fünf Jahren die Kronjuwelen-Hochzeit erleben? „Wir warten mal ab“, sagen die beiden gelassen.

Von Sabine Oschmann

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