Peter Hallberg präsentiert „Nachdenklichkeiten“ im Rathaus in Kaufungen

Der Mensch und der Wolf

Pitto und sein Bild vom Wolf: Dr. Peter Hallberg stellt derzeit einen Querschnitt seines Schaffens im Oberkaufunger Rathaus aus. Im Hintergrund sind seine Sonnenblumen zu sehen. Fotos:  Wienecke

Kaufungen. „Der Wolf ist uns ein Symbol. Er frisst die Großmutter und die sieben Geißlein. Im Märchen wird er immer besiegt“, sagt Dr. Peter Hallberg. „Besiegen wir den Wolf, der in uns steckt“, fordert er die Besucher der Ausstellungseröffnung auf. Bis Freitag, 23. Dezember, stellt der Niederkaufunger mit dem Künstlernamen „Pitto“ im Rathaus in Oberkaufungen einen Querschnitt seiner Werke aus.

Auswahl aus 350 Werken

„Homo homini lupus - Menschenbilder und andere Nachdenklichkeiten“, nennt Peter Hallberg die Retrospektive, den Rückblick auf sein Werk. 30 von 350 Bildern hat er ausgewählt. „Ich male in Reihen“, sagt er. „Fast jede Reihe meines Schaffens ist vertreten.“

Bürgermeister Arnim Roß versteht die Ausstellung als Geschenk Pittos an seine Gemeinde, und so sieht es der Künstler auch. „Ich bin dieser Gemeinde sehr verbunden und dankbar“, sagt er. „Der Titel macht neugierig“, ergänzt der Kaufunger Bürgermeister. „Homo homini lupus“ bedeutet so viel wie: Der Mensch ist dem Menschen ein Wolf. „Der Mensch ist der gefährlichste Feind des Menschen“, meint Hallberg. „Wer ist hier der Wolf?“, fragt er mit seinem Bild „Welcome“, das Flüchtlinge zeigt, deren vermeintliche Rettung darin besteht, dass sie zurück in die Heimat, aus der sie gerade geflohen sind, gebracht werden. „Ich male nicht einfach so darauf los, ich denke mir etwas dabei“, sagt er. „Kunst spiegelt die Welt wider, sie ist nicht wertfrei.“

„Gar nicht so viel Gruseliges“, fand hingegen die Lehrerin Carola Waßmuth von der Musikschule Söhre-Kaufunger Wald bei ihrer Recherche über Wölfe. Die Sänger und Tänzer des Kinder- und Musiktheaters (sechs bis neun Jahre) und der Musicalwerkstatt (von elf bis 14 Jahren) bekamen viel Applaus für ihre Auftritte. Die auf Kaufungen gemünzte Version von „Es ist Sommer“, erschien Arnim Roß ausgesprochen hitverdächtig zur 1000-Jahr-Feier. Amelie Waßmuth (13) sang abschließend noch das Schlaflied aus dem Musical Ronja Räubertochter.

„Die Kunst schafft Anknüpfungspunkte“, sagte Bürgermeister Roß. Und tatsächlich - Pittos Sonnenblumen strahlen die gute Laune und Harmonie aus, die der Künstler beim Malern hatte. Als er das Porträt von Udo Lindenberg schuf, hörte Pitto dabei dessen Musik. Und wer weiß, vielleicht hören die Besucher der Ausstellung im Rathaus in Oberkaufungen sie ja beim Betrachten dieses Bildes auch.

Von Bettina Wienecke

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