Gut besuchte Veranstaltung

Bürgerversammlung in Lohfelden: Menschen in Sorge wegen Fracking

Lohfelden. Fracking, das Aufbrechen und Sprengen von Gesteinsschichten in 1000 bis 3000 Metern Tiefe zur Gasgewinnung, bewegt weiterhin die Gemüter in der Region. Das zeigte sich jetzt während einer außergewöhnlich gut besuchten Bürgerversammlung in Lohfelden.

„In Niedersachsen haben kanadische Firmen bereits Produktionslizenzen erhalten, so etwas soll uns hier nicht passieren“, sagte Walter Berthel (SPD) im Bürgerhaus. Der Vorsitzende des Ausschusses für Bauen und Umwelt der Gemeinde Lohfelden gehört zu den Unterzeichnern eines aktuellen Aufrufs gegen Fracking-Erlaubnisse und Bohrlizenzen in Hessen.

4000 Mitglieder

Auch Henner Gröschner aus Vollmarshausen rief zum geschlossenen Widerstand auf. „Ganz viele Menschen müssen aufstehen“, sagte der Sprecher der Bürgerinitiative „Frackingfreies Hessen“, der sich nach seinen Angaben schon mehr als 4000 Personen angeschlossen haben.

Das ist Heino Kirchhof noch zu wenig: 20 000 Bürger müssten so ihren Protest zum Ausdruck bringen, sagte der Solarstromexperte aus Lohfelden während der Bürgerversammlung.

Warnung vor den Folgen

Referent Diplom-Bergingenieur Rainer Zawislo warnte vor den Folgen von Erkundungserlaubnissen. „Mit der ersten Rechtsposition setzt eine kaum aufzuhaltende Dynamik ein“, befand der frühere Mitarbeiter des Oberbergamts. Zawislo sieht herrenlose Bodenschätze als Allgemeineigentum und sprach sich energisch gegen die Anwendung der chemikaliengestützten Fracking-Technik im Bereich von Trinkwasservorkommen aus.

Wolfgang Ellert plädierte dafür, Fracking durch gesetzliche Änderungen auf Bundesebene ganz zu Fall zu bringen. (ppw)

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