Helis der Bundespolizei Ihringshausen im Hochwassergebiet

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Nach hartem Einsatz: Die Besatzung des Eurocopters 155 transportiert ihr Gepäck aus dem Helikopter, der gerade aus dem Hochwassergebiet wieder auf dem Landeplatz der Bundespolizei in Ihringshausen aufgesetzt hat.

Fuldatal. „Mann, bin ich platt.“ Das war der erste Satz, den ein Besatzungsmitglied sagte, als es gestern um 16.50 Uhr auf dem Hubschrauberlandeplatz der Bundespolizei in Ihringshausen aus dem blauen Eurocopter 155 geklettert war.

Zusammen mit elf weiteren Männern - darunter auch Mitglieder der Bergwacht Bad Wildungen und der DLRG aus Bebra - kehrten sie gestern Nachmittag vom Einsatz aus den Hochwassergebieten an der Elbe zurück.

Mit zwei Maschinen, außer dem Eurocopter noch eine mit Winde und Haken ausgerüstete Puma, waren sie am Sonntagnachmittag nach der Alarmierung sofort ins Katastrophengebiet geflogen. Erste Station war bis Dienstag Grimma, wo der Fluss Mulde über die Ufer getreten war. 15 Stunden lang - unterbrochen nur von kurzen Ruhepausen - waren die Mitglieder der Bundespolizei täglich im Einsatz. Von 7 Uhr morgens bis Sonnenuntergang.

„Unsere Hauptaufgabe bestand darin, Menschen aus eingeschlossenen Ortschaften zu evakuieren“, erläuterte der Flugeinsatzleiter, Erster Polizeihauptkommissar Hans Bäuml, die Aufgabe der Bundespolizisten. 25 Menschen wurden an der Elbe von den Hubschrauberpiloten ausgeflogen, sechs davon mit der Winde herausgezogen. Auch geliebte Haustiere wurden gerettet: ein Hund, eine Katze und zwei Kaninchen waren auch dabei, erzählt Bäuml.

Von Grimma flogen die Helikopter weiter zur Basis nach Pirnau. Von da aus ging es nach Bad Schandau an der tschechischen Grenze. Aus einem Hafenbecken hatten sich fünf unbeschriftete Riesentanks losgerissen. „Mit 25 Kilometern Geschwindigkeit in der Stunde trieben die 20 Meter langen und 18 Tonnen schweren Ungetüme den Fluss hinunter“, erzählt Bäuml.

Aufgabe der Bundespolizei war es jetzt, die Tanks mit dem Abstrahl der Rotorblätter, der Wind erzeugte, ans Ufer zu bugsieren, wo sie vertäut werden konnten. Denn, so der Erste Polizeihauptkommissar: Es sei nicht auszuschließen gewesen, dass die Tanks mit Gas befüllt waren. Wären sie zum Beispiel gegen einen Brückenpfeiler gekracht, hätte es eine Katastrophe geben können, erläuterte der Einsatzleiter. Später stellte sich aber heraus, dass kein Gas in den Tanks war.

Von Stefan Wewetzer

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