Messe in Baunatal: Bundeswehr als Job-Maschine

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Karriere nach dem Bund fest im Blick: Zeitsoldatin Alexandra Koß informierte sich bei der Messe in Baunatal am Stand der Firma Enercon über Aufstiegschancen in der Windenergiesparte.

Baunatal. Stabsunteroffizier Alexandra Koß sagt im August dem aktiven Dienst bei der Truppe ade. Die Zeitsoldatin hat keine Angst vor der beruflichen Zukunft. Die 26-Jährige hat vorgesorgt.

Sie wird ein zweijähriges Studium als Bautechnikerin absolvieren, finanziell großzügig unterstützt von der Bundeswehr. Danach rechnet sie sich gute Chancen aus, als Technikerin für Windkraftanlagen auf dem zivilen Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. „Vom Berufsförderdienst der Bundeswehr bin ich definitiv gut betreut worden“, sagt die junge Frau.

Koß informierte sich wie viele andere Zeitsoldaten gestern bei der Informations- und Kontaktmesse der Bundeswehr in der Baunataler Stadthalle über berufliche Perspektiven im zivilen Arbeitsmarkt. Wessen Zeit beim Bund demnächst abläuft, der macht sich Gedanken, was danach wird. „Ich möchte gleich im Anschluss einen zivilen Job haben“, sagt Juliane Lietzmann. Die in Westfalen stationierte 23-jährige Soldatin im Stabsdienst will nicht in ihren Beruf als Physiotherapeutin zurück. „Mein Ziel ist der Justizdienst“, sagt sie.

Bei der Eingliederung von Zeitsoldaten ins normale Berufsleben ist die Bundeswehr nach den Worten von Jürgen Knappe, geschäftsführender General für das zentrale Personalmanagement der Truppe, sehr erfolgreich. 95 Prozent aller ehemaligen Soldaten seien schon ein Jahr nach dem Ausscheiden wieder in Lohn und Brot. „Soldaten sind attraktiv für den zivilen Arbeitsmarkt.“

Regierungsdirektor Werner Arndt bestätigte diese gute Vermittlungsquote für das Kasseler Karrierecenter der Bundeswehr. Von den 400 bis 700 Soldaten, die jährlich ins Zivilleben wechseln, hätten 92 bis 97 Prozent nach einem Jahr eine Beschäftigung.

Die Bundeswehr betreibt einen gewaltigen Aufwand, um ihren Zeitsoldaten eine berufliche Perspektive zu vermitteln. Es gibt schon während der Militärzeit Bildungsangebote, die auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes zugeschnitten sind. Uneigennützig ist dieser Service der Bundeswehr allerdings nicht.

Um nach der Abschaffung der Wehrpflicht im Rennen um die Gewinnung qualifizierter Kräfte zu bleiben, muss die Truppe als Arbeitgeber selbst attraktiver werden. „Wir bieten da Paketlösungen an“, sagt General Eckart Klink vom Landeskommando Hessen. Die Anstellung als Soldat auf Zeit beinhaltet das Versprechen, während des Dienstes fürs Vaterland für das Berufsleben danach fit gemach zu werden.

Von Peter Dilling

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