Sanierung der Stiftskirche in Oberkaufungen geht weiter – Auch Kirchenfenster werden ausgebessert

Metall-Anker gegen neue Risse

Mauerwerk wird stabilisiert: Polier Mario Fischer zeigt ein Bohrloch in der Kirchenmauer. An sechs Stellen sollen waagerecht drei Meter tiefe Edelstahlanker eingezogen werden, um die Statik des historischen Gotteshauses zu sichern. Fotos Wohlgehagen

Kaufungen. Die Sanierungsarbeiten an der Stiftskirche in Oberkaufungen gehen in eine weitere Runde: Viel zu sehen ist noch nicht, aber von dem mit einer hohen Stoffplane abgehängten Baugerüst am sogenannten Sechseckturm des Baudenkmals dringt schon Lärm von Bohrmaschinen und Absauggeräten. Der Turm, das Westwerk der Kirche und das südliche Seitenschiff sind eingerüstet. Mitarbeiter eines Restaurierungsunternehmens und Spezialisten der Fenster- und Glastechnikbranche sind an der Baustelle im Einsatz.

Polier Mario Fischer von Nüthen-Restaurierungen aus Erfurt erläutert einzelne Bauschritte: „Wir haben die Fugen ausgeräumt. Wenn der Staub entfernt ist, wird die Steinoberfläche mit einem chemischen Stoff neu befestigt.“ Am Schluss werde das Mauerwerk mit Spatzenkalkmörtel neu verfugt, sagte Fischer. Der Spezialist zeigt auch circa fünf Zentimeter große Bohrlöcher, in die an mehreren Stellen drei Meter lange Edelstahlanker eingebaut werden. „Wir wollen damit die Standfestigkeit verbessern und der Bildung neuer Risse vorbeugen“, sagt Mario Fischer.

Silke Does vom Kirchenbauausschuss ist häufig an der Baustelle. Ihr Blick richtet sich auf den Kirchturm, wo mehrere Quadratmeter große Schäden am Putz ausgebessert werden müssen. Von oben sei Wasser heruntergelaufen, auch der Glockenausbau im Zweiten Weltkrieg habe Folgeschäden verursacht, sagte die in den Bauausschüssen der Kirche ehrenamtlich engagierte Kirchenfrau.

Auch am südlichen Seitenschiff sind Handwerker im Einsatz: Mitarbeiter der Firma Grobbauer-Glastechnik aus dem südhessischen Darmstadt bauen die schadhaften Kirchenfenster aus, um die Bleieinfassungen der historischen Bauteile in der heimischen Werkstatt vorsichtig zu überarbeiten und fehlende Gläser zu ersetzen.

300 000 Euro stehen für die laufenden Bauarbeiten aus Mitteln des Landes Hessen und der evangelischen Landeskirche von Kurhessen und Waldeck zur Verfügung. Dekanin Carmen Jelinek erwartet die Entscheidung über weitere 150 000 Euro für die Sanierung der Stiftskirche als Zuwendung aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes noch in diesem Monat. Insgesamt kostet die Sanierung der fast 1000 Jahre alten Kirche vier Millionen Euro.

Von Hans-Peter Wohlgehagen

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