Miese Ernte: Obst, Gemüse teurer

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Schlechte Ernte: Gerade bei den Äpfeln verzeichneten die Plantageneigner deutlich geringere Erträge. An den Bäumen wuchsen weniger Früchte.

Kreis Kassel. Kälte und Nässe im Frühling haben jetzt Konsequenzen für die Obst- und Gemüseernte in der Region. „Der Ertrag bei Kartoffeln ist deutlich geringer als sonst“, sagt Reinhard Schulte-Ebbert vom Bauernverband. Die Verbraucher müssten sich auf steigende Preise gefasst machen.

Eher mies sehe es in diesem Jahr auch bei den Zuckerrüben aus. Die Landwirte rechneten mit Ertragseinbußen von bis zu 25 Prozent, erklärt der Geschäftsführer des Bauernverbandes. Hinzu käme ein geringerer Zuckergehalt der Früchte. Dafür habe man sich zumindest über eine gute Getreideernte freuen können: „Die war recht ordentlich“, meint Schulte-Ebbert.

Kartoffelanbauer Reinhard Viereck aus Philippinenburg kann nach der Kartoffelernte die Aussage von Schulte-Ebbert nur bestätigen. Die Feuchtigkeit im Mai habe den Kartoffeln geschadet. Die Böden in der Region ließen das Wasser schlecht ablaufen, und so hätten die Pflanzen zu lange in der Feuchtigkeit gestanden.

Nur ein Drittel Ertrag

„An den Bäumen hängt in diesem Jahr nur ein Drittel der Menge normaler Jahre“, erklärt Joachim Döhne aus Schauenburg, der Obstplantagen in der Region betreibt. Er stellt aus den Äpfeln Schaumwein her und kann für die Produktion glücklicherweise von den guten Apfelernten der vergangenen zwei Jahre zehren.

ReinhardSchulte-Ebbert

Für ihn fast unerklärlich ist die Tatsache, dass die Birnbäume in diesem Jahr voll hängen. Schließlich würden doch Äpfel und Birnen zeitgleich reifen, wundert sich Döhne.

Der Rückstand im Wachstum hält nach Angaben von Gärtnern aus der Region bis jetzt in den Herbst an. Weiß- und Rotkraut sind noch nicht voll ausgebildet. Die Tomaten reifen nur langsam. Die Anbauer hoffen nun auf einen sonnigen Herbst, damit der Schaden etwas begrenzt wird.

Von Bea Ricken

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