Mietminderung anzeigen

Ingo Groß, Geschäftsführer des Mieterbunds Nordhessen

Einer Rentnerin aus der ehemaligen VW-Siedlung in Hoof wurde vor Weihnachten gekündigt. Die Frau hatte unter anderem wegen Baulärms während Sanierungsarbeiten in dem Haus die Miete gemindert. Jetzt wird darüber diskutiert, ob die Seniorin rechtmäßig gehandelt hat. Unserer Redakteur Sven Kühling sprach mit Ingo Groß, Geschäftsführer des Mieterbund Nordhessen, über das Thema Mietkürzung.

Herr Groß, nennen Sie ein Beispiel für einen Fall, bei dem die Miete rechtmäßig gekürzt werden darf?

Gross: Einen Fall hatte ich gerade heute. Dort war in einer Wohnung die Abwasserleitung der einzigen Dusche undicht. Die Dusche muss nun ausgebaut und erneuert werden. Der Mieter kann drei Wochen nicht auf die Dusche zurückgreifen. Das ist der klassische Fall für eine Mietminderung. Damit wird der geringere Wohnwert ausgeglichen. In diesem Fall gehen wir von 30 Prozent Minderung aus.

Welche Fehler werden von den Mietern am häufigsten begangen?

Groß: Ein Fehler ist, dass der Mieter den Mangel gegenüber dem Vermieter gar nicht anzeigt. Das sollte man schriftlich tun. Zweitens kann man nur das mindern, was auch den Wohnwert mindert. Und der Mieter sollte die Miete nicht übertrieben kürzen. Man kann nicht seinen ganzen Ärger da reinpacken.

Wo sollte sich ein Mieter im Vorfeld einer Mietminderung informieren?

Gross: Natürlich in erster Linie beim Mieterbund. Wir haben umfangreiche Kenntnis zur Rechtsprechung. Ansonsten bei einem Anwalt der eigenen Wahl. Man sollte sich auf jeden Fall beraten lassen. Im schlimmsten Fall kann ein Mietrückstand zur Kündigung führen. Archivfoto:  Dietzel

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