Sporthalle Rothwesten wird von Asbest befreit und neu aufgebaut – Start im Sommer

Million für die Sanierung

Wird saniert: Die Sporthalle Rothwesten ist mit Schadstoffen belastet. Die Nordseite der Halle (im Hintergrund), soll von außen wärmegedämmt werden, sagt Bauamtsleiter Armin Reiting. Foto: Schräer

Fuldatal. Jetzt liegen die Fakten auf dem Tisch. Die Gemeinde Fuldatal muss gut eine Million Euro in die Hand nehmen, um die mit Schadstoffen belastete Sporthalle Rothwesten zu sanieren und wieder aufzubauen. Dies geht aus einer Vorlage der Verwaltung hervor, über die die Gemeindevertretung am Mittwoch, 25. April, entscheidet.

Vor etwa fünf Monaten, Ende November, hatte die Verwaltung die Halle geschlossen, nachdem bei einer ersten Untersuchung Asbest in Teilen des Gebäudes festgestellt worden war. Genauere Nachforschungen bestätigten den Anfangsverdacht: Die Belastungen in der Raumluft rühren im Wesentlichen aus asbesthaltigen Faserzementplatten der alten Dacheindeckung.

Aber auch andere Quellen wurden festgestellt. So weisen laut Bauamtsleiter Armin Reiting der Kleber des Schwingbodens und die Fensterbänke Asbestbelastungen auf. Wie auch die Mineralwolldämmung oberhalb der Unterdecke. Krebserregende Mineralfasern befinden sich laut Bericht außerdem in den Rohrisolierungen. Als weiterer Schadstoff muss Schimmelpilz beseitigt werden, der in den Duschräumen im Obergeschoss festgestellt wurde. Ursache sei die „klassische Geschichte über Kältebrücken“, sagt Reiting. Diese entstünden über die Zwischendecke, die in die Außenwand übergehe.

Nach den Plänen der Gemeinde erfolgt die Sanierung zwischen August und dem Ende des Jahres. Um das Dach von Asbest zu befreien, muss neben den Faserzementplatten und der Styropordämmung auch die äußere Dacheindeckung entfernt werden.

Die Asbestfasern haben sich laut Reiting auch auf poröse Oberflächen verteilt und sind weder vollständig zu beseitigen noch können sie gebunden werden. Daher seien auch der Prallschutz in der Halle und die Türblätter zu entsorgen. Die erst 2005 erneuerte technische Installation in der Decke mit der Lüftungsanlage und der Elektrik könne allerdings erhalten bleiben.

Die Kosten für die Schadstoffsanierung sind mit 305 000 Euro kalkuliert. Der sich anschließende Wiederaufbau soll nach den Berechnungen eines beauftragten Architekturbüros 685 000 Euro kosten. Darin enthalten ist laut Bauamtschef auch eine Außendämmung der Nordwand, hinter der sich die Duschräume befinden. Dadurch soll eine erneute Schimmelbildung im Innern verhindert werden.

Auch die anderen drei Außenwände zu dämmen, die Fenster auszutauschen, um Energie zu sparen, würde zusätzlich 180 000 Euro kosten. Angesichts der Haushaltslage der Gemeinde viel Geld. Reiting: „Wir konzentrieren uns auf das, was gemacht werden muss.“ HINTERGRUND

Von Michael Schräer

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