Rathaussanierung in Niestetal: Nach Umzug in Anbau wird jetzt der Altbau erneuert – Fertigstellung im Oktober

Für 6,2 Millionen Euro alles neu

Frisch und neu: Hinter den gelben Osterglocken erhebt sich das Niestetaler Rathaus. Links ist der im vergangenen August bezogene neue Anbau zu sehen, rechts der Altbau, der gerade saniert wird. Das kleine Foto zeigt Stefan Stuthmann von der Firma Möller, der Elektrokabel in einem Büroraum im Erdgeschoss installiert. Fotos: Schindler

Niestetal. Die Luft ist rein im Niestetaler Rathaus – das hat laut Gemeindesprecher Dennis Bachmann die Fachfirma Umweltberatung Marciniak (Bad Emstal) festgestellt, die die Sanierung des Verwaltungsgebäudes begleitet. Mit der Entkernung des Altbaus sei die Luftbelastung durch Schadstoffe jetzt beseitigt.

Die Sanierung des Niestetaler Rathauses befindet sich in der zweiten Phase. Nachdem die Angestellten im vergangenen August in den neu errichteten Anbau umziehen konnten, wird nun der Altbau von Grund auf renoviert.

Das Gebäude wurde in den vergangenen Wochen vollständig entkernt, im Oktober soll alles fertig sein. Insgesamt 6,2 Millionen Euro steckt die Gemeinde in die Erneuerung ihres Rathauses.

Notwendig wurde die Sanierung, nachdem bei Messungen im Oktober 2008 Schadstoffe in dem Verwaltungsgebäude gefunden worden waren. Der TÜV Rheinland hatte in der Raumluft Formaldehyd gemessen, das aus tragenden Bauteilen ausgaste.

Die Ursachen der Luftbelastung wurden jetzt beseitigt. Mitarbeiter einer Fachfirma stemmten die belasteten Schalelemente aus Pressspan heraus. Auch die Dämmung, abgehängte Decken und Zwischenwände wurden entfernt, die Fenster werden noch folgen. „Nur der nackte Rohbau bleibt stehen“, sagt Projektleiter Markus Heimann vom Niestetaler Bauamt. Dann folgt der Innenausbau. Die Aufträge für eine neue Elektrik und Lüftung, für den Trockenbau und die Sanitärinstallationen sind vergeben, die ersten Handwerker haben bereits begonnen.

„Wir haben ganz streng darauf geachtet, dass alle Materialien mit Umweltzertifikaten versehen sind“, sagt Gemeindesprecher Bachmann.

Während der Bauphase müssen sich die 55 Gemeindebediensteten im Rathaus mit wenig Platz begnügen. Im neuen Anbau stehen nur 1000 Quadratmeter für die Büros zur Verfügung, das Bauamt musste vorübergehend in den Keller ziehen.

Nach Abschluss der Bauarbeiten gibt es deutlich mehr Platz: Im Altbau kommen wieder 2000 Quadratmeter Nutzfläche hinzu, das macht dann insgesamt 3000 Quadratmeter im sanierten Rathaus. Man habe sich entschieden, „weitsichtig“ zu bauen und einen Raum-Puffer für die Zukunft zu schaffen, sagt Bachmann.

Außerdem sollen lange ausgelagerte Bereiche wieder ins Rathaus zurückkehren. „Wir versuchen zu zentralisieren“, meint der Gemeindesprecher. Auch die Sozialstation werde ein Büro im Rathaus bekommen.

Die Gemeinde erhält für die Rathaus-Sanierung Zuschüsse in Höhe von 235 000 Euro von Bund und Land, das Geld muss bis Dezember abgerechnet sein. HINTERGRUND

Von Holger Schindler

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