Mehr als 100 Interessenten

Für 2,4 Millionen entstehen barrierefreie Wohnungen am Baunataler Stadtpark

Bald eine Baugrube: Die 24 barrierefreien Wohnungen werden direkt neben dem Awo-Begegnungszentrum (Mitte im Hintergrund) errichtet. Die vorhandene Tiefgarage (im Vordergrund) wird bis unter das neue Gebäude verlängert. Fotos: Dilling

Baunatal. Die Kinder sind ausgezogen, das Eigenheim ist zu groß geworden, das Treppensteigen wird beschwerlich: Viele Senioren suchen in Baunatal eine Wohnung, die so gebaut und eingerichtet ist, dass man in ihr auch mit den Beschwerden des Alters noch möglichst lange selbstständig wohnen kann.

Für die geplanten 24 barrierefreien Mietwohnungen am Stadtpark gebe es schon mehr als 100 Interessenten, teilte Michael Schmidt, Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt Nordhessen (Awo), nun beim ersten Spatenstich für das vierstöckige Gebäude an der Altenritter Straße mit. Die Awo wird die Wohnungen vermieten und den Mietern ein zubuchbares Servicepaket mit Hilfen für die Bewältigung des Alltags und mit pflegerischen Dienstleistungen anbieten.

Voraussichtlich werden sich die künftigen Bewohner aber noch bis Herbst nächsten Jahres gedulden müssen. Dann sollen die Wohnungen laut Architekt Manfred Fels bezugsfertig sein. Man investiere 2,4 Millionen Euro in das Projekt. Bauherr ist die GFI Grundbesitz GmbH aus Kassel, die bereits drei Gebäude im neuen Quartier am Stadtpark errichtet hat: ein Haus für die Awo, das Wohngruppen, eine Tagespflegeeinrichtung, den ambulanten Pflegedienst der Awo sowie ein - bereits gut besuchtes - Begegnungszentrum beherbergt, sowie zwei Gebäude mit Eigentumswohnungen. Diese seien bereits alle verkauft, sagte Manfred Fels.

Die Mietwohnungen in einer Größe von 46 bis 63 Quadratmeter sollen auch für solche Senioren erschwinglich sein, die keine ganz so üppige Rente haben. Sie rechne mit einem Mietpreis von etwa 7,50 Euro pro Quadratmeter, sagte Bianka Pötter, Awo-Koordinatorin für das Quartiersmanagement auf Anfrage. Ihr Auto können die Mieter in einer Tiefgarage unter dem Gebäude abstellen.

Manfred Fels

Im Frühjahr noch stand das Projekt auf der Kippe, weil das Land wider Erwarten eine finanzielle Förderung abgelehnt hatte. Dafür ist nun die Stadt Baunatal mit einem langfristigen Darlehen von 480.000 Euro (20.000 Euro pro Wohnung) an den Investor eingesprungen, zu einem sehr niedrigen Zinssatz, wie Klaus-Peter Metz von der Stadt Baunatal sagte. Außerdem erhalte man zinsgünstige Darlehen für energieoptimiertes Bauen, teilte Fels mit.

Ursprünglich habe die Stadt damit gerechnet, dass das neue Quartier am Stadtpark erst 2017 oder 2018 vollständig bebaut sein werde, sagte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD). Nun könne es schon nächstes Jahr so weit sein. Für die letzten drei Gebäude nahe der KSV Sportwelt seien die Bauanträge schon auf dem Weg. Angesichts der riesigen Nachfrage nach Wohnraum in Baunatal würde die Stadt gern mehr tun, meinte Schaub. Leider sei es ihr wegen des gesetzlichen Verbots der wirtschaftlichen Betätigung von Kommunen untersagt, selbst in den Wohnungsbau zu investieren.

Von Peter Dilling

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