Hortkinder besuchten die documenta und bastelten selbst kleine Kunstwerke

Miniaturwelt der Fantasie

Präsentation: Die sechsjährigen Lilli Steinkübel präsentiert ihr selbstgebautes Kunstwerk, ein Fantasieschiff mit Schaukel. Foto: Brandau

Vellmar. Die documenta in Kassel gilt als die weltgrößte Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Das wissen auch die Kinder im städtischen Kinderhort in Vellmar-West. Und weil die Sommerferien recht lang waren, entschlossen sie sich, gemeinsam mit Betreuerin Ingrid Pohl, einige der Kunstwerke in der Karlsaue anzusehen.

Von der documenta hatte Janus Mönch schon vorher eine feste Vorstellung. „Es ist eine riesengroße Ausstellung für alle Künstler auf der Welt“, weiß der Neunjährige zu berichten, „und sie findet nur alle fünf Jahre statt“. Besonders beeindruckt war er von dem Baum auf dem ein großer Stein liegt.

Kunstwerke mit Geschichte

Eben Kunst, wie Malika Herzog meint. Und Kunst könne man durch verschiedene Werke schaffen. Das könnten Bilder oder Skulpturen sein, aber auch durch Musik könne Kunst entstehen. „Und hinter jedem Kunstwerk steht eine Geschichte, die sich der Künstler ausgedacht hat“, erklärt die Neunjährige.

Doch beim Betrachten der Exponate wollten es die 15 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren nicht belassen. Sie wollten selbst kleine Kunstwerke schaffen. So wurden Papiermonster entworfen und zusammen geklebt, Baumfantasien auf Papier gebracht oder Styroporhäuser gebaut. Das Grundmaterial waren Verpackungsreste, die zunächst angemalt wurden und anschließend mit allerlei bunten Kleinigkeiten, wie Knöpfen, Nadeln, Federn oder Perlen und Legosteinen ausgestattet. Ganz nach Ermessen der Kinder.

Am Ende entstand eine Miniaturwelt der Fantasie, von der die kleinen Künstler ebenso begeistert waren wie Dr. Focko Eulen. Den hatten sich die Kinder nämlich eingeladen, um ihre Kreationen zu bewerten. „Schließlich ist der ein echter Künstler“, stellt Malika Herzog fest.

Der 74-Jährige war Hochschullehrer an der Bochumer Ruhr-Universität. und zog nach seiner Pensionierung in die Ahnestadt. Fantasievolles gestalten in allen Variationen sei für ihn schon sehr früh zu seiner Leidenschaft geworden und einige Ausstellungen habe er auch schon gehabt, die letzte erst kürzlich im Hamburg, erzählt Eulen. Von ihm kam auch die Anregung für die dreidimensionalen Objekte, die von den Kindern geschaffen wurden. „Kunst ist für Kinder wichtig, weil sie die Fantasie anregt“, sagt Eulen und zieht ein positives Resümee der Kinder-documenta. „Ich bin schlichtweg begeistert von den kleinen Kunstwerken, zu denen jedes Kind auch seine eigene Geschichte erzählen kann.“

Von Werner Brandau

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