Kirchner Solar Group übernimmt Richter-Hallen in Lohfelden – Zentrum für erneuerbare Energien geplant

4 Mio. Euro und 30 Arbeitsplätze

Richter-Hallen in Lohfelden: Der alte Industriekomplex soll zu einem modernen Technologiezentrum ausgebaut werden. Auf dem Dach entsteht eine riesige Fotovoltaik-Anlage. In der Halle wird eine Ausstellung über erneuerbare Energien zu sehen sein. Archivfoto: Schindler

Lohfelden. In die ehemaligen Richter-Hallen in Lohfelden soll neues Leben einziehen. Die Kirchner Solar Group GmbH (Alheim) will die alten Industriehallen kaufen und zu einem Technologiezentrum für erneuerbare Energien ausbauen.

Vier Millionen Euro wird Geschäftsführer Lars Kirchner (39) nach eigenen Angaben in das ehrgeizige Projekt investieren.

30 bis 40 Arbeitsplätze werden in Lohfelden entstehen, teilweise werden sie von Alheim hierher verlagert. Der Kaufvertrag mit der Gemeinde Lohfelden liegt bereits unterschriftsreif beim Notar.

An dem Konzept werde mit Hochdruck gearbeitet, sagte Kirchner im Gespräch mit der HNA. Am 24. März werde man es den Gemeindevertretern in Lohfelden vorstellen (öffentliche Sitzung, ab 19.30 Uhr, Bürgerhaus). Innerhalb von zwei Jahren solle es dann umgesetzt werden.

Und das ist die grobe Planung: Errichtet wird eine Dauerausstellung zu den erneuerbaren Energien. Neben Fotovoltaik als Kerngeschäft der Kirchner Group sollen dabei auch nachhaltige Wärmeerzeugung, Elektromobilität und der Aufbau von intelligenten Stromnetzen thematisiert werden.

Darüber hinaus soll das Technologiezentrum der Forschung dienen. Es werde herstellerunabhängig und in Kooperation mit anderen Firmen arbeiten. „Wir sind nur der Investor“, sagte Kirchner. Als „Kompetenzzentrum für Entscheider“ solle es Impulse für die gesamte nordhessische Region geben, meint der 39-jährige Unternehmer.

Das Zentrum werde die Themen nicht nur fachlich kompetent, sondern auch unterhaltsam präsentieren. So seien Freizeitangebote für Jung und Alt geplant, auch die angrenzende Grüne Mitte Lohfeldens werde eingebunden.

Die alten Industriehallen sollen im Wesentlichen stehen bleiben. Nur ein kleiner Teil an der Langen Straße werde abgerissen, um mehr Platz im Straßenraum zu bekommen. „Aber der Industriecharakter bleibt erhalten – auch aus optischen Gründen“, sagte Kirchner. „Das wird richtig schick.“

Die großen Hallendächer sollen zunächst saniert und dann mit einer Fotovoltaik-Anlage mit 500 kWp Leistung bestückt werden. Die Anlage kann 450 000 Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugen, genug für die Versorgung von 150 Haushalten. 250 Tonnen Kohlendioxid werden damit pro Jahr eingespart. An der Solaranlage können sich die Bürger mit finanziellen Einlagen beteiligen.

Die Hallen selbst sollen durch Wärmeschutzverglasung und Dämmung energetisch verbessert werden. Der Gebäudekomplex wird an das geplante Mikrogasnetz in Lohfelden angeschlossen und mit Biogas von der Biokompostierungsanlage des Landkreises in Vollmarshausen beheizt.

Weitere Informationen: www.kirchner-solar-group.de

HINTERGRUND / STICHWORT

Von Holger Schindler

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