Kreis: Sanierungsprojekt trotzdem wirtschaftlich

300 Mio. Euro Miete für Schulen

Kreis Kassel. Der Landkreis Kassel hat Vorwürfe zurückgewiesen, die Sanierung der Kreisschulen in einer öffentlich-privaten Partnerschaft (ÖPP) sei unwirtschaftlich.

Die Kreisverwaltung hatte die Kosten für die Ende vergangenen Jahres abgeschlossene Sanierung von 20 Schulen in zwölf Kreiskommunen mit 210 Millionen Euro beziffert.

Die Kosten sollten über 25 bis 28 Jahre durch jährliche Mietzahlungen von 14,7 Mio. Euro geleistet werden, hieß es damals. Summiert man die jährlichen Raten jedoch auf, so landet man bei einer Summe von rund 400 Mio. Euro.

Diese Summe sei „total überzogen“, teilte Kreissprecher Harald Kühlborn mit. „Wir gehen von einer Gesamtbelastung für den Kreis von weniger als 300 Millionen Euro aus.“ Zugrunde gelegt seien dabei Zinsen von zwei und vier Prozent.

Die genannte Mietsumme von 14,7 Mio. Euro pro Jahr sei die Höchstsumme, die aber nur in den Jahren anfalle, in denen alle Schulprojekte gleichzeitig in der Finanzierung seien, sagte der Kreissprecher. Zu Beginn und am Ende der 28-jährigen Spanne seien die Zahlungen bedeutend geringer, weil auch die Sanierungen zeitlich gestaffelt vorgenommen wurden.

Günstige Sammelaufträge

Eine konventionelle Realisierung der Schulsanierungen – das heißt ohne private Partnerschaft – wäre nach Ansicht des Kreises bedeutend teurer gekommen. So habe man durch Sammelaufträge für mehrere Schulen – etwa für Tausende von Fenstern und riesige Fußbodenflächen – sehr günstige Preise erzielt und damit erhebliche Kosten gespart. Außerdem seien durch den privaten Auftraggeber OFB, eine Helaba-Tochterfirma, Nachverhandlungen möglich gewesen, die öffentlichen Auftraggebern nicht erlaubt seien. (hog)

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