Behinderte Mitarbeiter der Baunataler Diakonie sollen weniger Lohn bekommen

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Er trägt den Protest der Beschäftigten aus der Werkstatt: Jörg Schmidt hat auf einer spontanen Mitarbeiterversammlung bei der Diakom Bergshausen Unterschriften gegen die drohende Lohnkürzung gesammelt.

Baunatal. In den Behinderten-Werkstätten der Baunataler Diakonie Kassel (BDK) mit ihren 1000 geistig oder körperlich gehandicapten Beschäftigen gärt es. Grund: Die schmalen Löhne der Mitarbeiter sollen nach den Plänen der Geschäftsleitung empfindlich gekürzt werden, weil Rücklagen aufgebraucht seien.

Dem Verzicht auf das Urlaubsgeld von 50 Euro hat der Werkstattrat - Interessenvertretung der Beschäftigten - bereits zugestimmt. Die Verhandlungen über ein neues Entlohnungssystem, das im Spätsommer eingeführt werden soll, laufen noch. Beschäftigte befürchten Lohneinbußen bis zu 30 Prozent und protestieren.

Aktion gegen die Kürzungen

In der Diakom-Werkstatt Bergshausen, einer BDK-Einrichtung, in der vor allem psychisch und seelisch behinderte Menschen arbeiten, gab es jetzt eine Unterschriftenaktion gegen die drohenden Kürzungen.

Für die Aufregung dürfte unter anderem ein Schreiben der Geschäftsleitung von Ende Mai gesorgt haben. Darin wird darauf hingewiesen, dass von Rechts wegen der Lohn um 30 Prozent gekürzt werden könne.

Armin Gutwald, Geschäftsbereichsleiter Arbeiten bei der BDK, verteidigt die geplanten Lohnkürzungen. In den vergangenen Jahren seien regelmäßig die Erträge, das sogenannte Arbeitsergebnis, zu 100 Prozent an die Beschäftigten ausgezahlt worden. In der Wirtschaftskrise 2009 habe man die gesamten Rücklagen aufgezehrt. Damals sei sogar fast dreimal mehr an die Beschäftigten ausgezahlt worden, als erwirtschaftet worden sei.

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