Turmfalkenpaar nistet im Garten der Familie Biese in Ahnatal

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Hoch oben: Karin Biese zeigt auf die Tanne in ihrem Garten, in der das Turmfalkenpaar ein Nest bezogen hat. Der Nachwuchs, zwei junge Falken, hat die ersten Flugversuche bereits erfolgreich absolviert.

Ahnatal. Ein ganz besonderer Gast zeigt sich im Garten der Familie Biese. „Nehmen Sie den Platz. Dort haben Sie den besten Blick“, sagt Hermann Biese und deutet auf einen kleinen Sessel, der im Wintergarten seines Hauses steht.

Davor, auf einem niedrigen Tisch, liegt griffbereit ein Feldstecher. Durch das verglaste Dach schaut man direkt auf die Spitze einer über 20 Meter hohen Tanne im Garten des Hauses. Und da, ganz oben auf der Spitze des Baumes, da sitzt ein Turmfalke und putzt ruhig sein Gefieder.

Allein ist der Falke nicht. Ein zweiter sitzt auf der anderen Seite des Stammes. „In der Astgabel, ganz oben, da ist das Nest“, erklärt Biese, und zeigt in die Höhe.

Gemeinsam mit seiner Frau Karin hat er die Tiere in den vergangenen Wochen jeden Tag beobachtet. Das Ehepaar aus Heckershausen hatte schon viele brütende Vögel im Garten. „Aber die Turmfalken, das ist wirklich etwas Herausragendes“, erzählt Karin Biese.

Dabei hatten sie ihre neuen Gartenbewohner zunächst gar nicht bemerkt. „Ich hab mich nur gewundert, was da für ein graues, flauschiges Zeug unter dem Baum liegt“, erinnert sie sich. Und das blieb nicht das einzige Rätsel. Später fand das Ehepaar immer mehr tote Mäuse und Eidechsen am Stamm der Tanne. Woher die Tiere kamen, konnten sich die beiden nicht erklären.

Turmfalke: Das Tier war 2007 Vogel des Jahres. Archivfoto: Nabu / nh

Aufschluss brachte ein Besuch von Gärtnermeister Daniel Dietzsch aus Weimar, der den Baum eigentlich fällen sollte. „Das kann ich nicht machen“, sagte er. „Ihr habt da ein Turmfalkennest in der Spitze.“

Und so konnten die Küken, zwei kleine Falken, ungestört flügge werden. Mittlerweile hat der Nachwuchs das Nest für die ersten Flugversuche verlassen. „Zuerst sind die Kleinen um den einen Baum geflogen, dann um zwei Bäume und schließlich ums ganze Haus. Wir konnten richtig verfolgen, wie die größer wurden“, erzählt Hermann Biese voller Begeisterung.

Sorgen bereiten dem Ehepaar lediglich ein paar Elstern, die sich mit den Falkeneltern immer mal wieder anlegen. „Aber da scheinen die Elstern den Kürzeren zu ziehen. Zumindest haben sie mehr Federn gelassen“, erzählt Karin Biese und lacht.

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