Stadtparlament zeigt Interesse an Kauf

Eon Mitte: Stadt peilt Anteile an

Baunatal. Die Stadt Baunatal ist daran interessiert, sich am Energieversorger Eon Mitte zu beteiligen, dessen Mutterkonzern 73,3 Prozent der Anteile abstoßen will. Gekauft werden sollte in Kooperation mit dem Landkreis Kassel und weiteren Kommunen.

Diese Willenserklärung beschloss eine Mehrheit von SPD und Grünen am Montagabend im Baunataler Stadtparlament nach heftiger Diskussion.

Die CDU lehnte das ab. Man bevorzuge eine privatwirtschaftliche Lösung, sagte Sprecher Patrick Weilbach, zudem sei es nicht dringlich, Kaufabsichten zu bekunden. Seine Fraktion war aber beim zweiten Teil des Antrags der Grünen an deren Seite. Die vermuten, dass ein gerade von 16 Kommunen und Eon Mitte gegründetes Versorgungswerk schon wieder neu ausgerichtet werden muss, erläuterte Sprecher Jürgen Böhme. Daher, so die Forderung, sollten die Stadtverordneten umgehend vom Rathaus über die Sachlage informiert werden.

Schritt für Schritt vorgehen, nach dieser Devise handele die SPD-Mehrheit, entgegnete deren Redner Heinz Bachmann. Von einer neuen Ausrichtung des Versorgungswerks könne keine Rede sein, die Energie Region Kassel GmbH & Co. KG (ERK) sei gut aufgestellt. Erst langfristig seien neben dem Betrieb der Elektrizitätsnetze in 16 Kommunen auch Vertrieb und Erzeugung von Strom denkbar.

Eine Milliarde Euro?

Unterdessen sah Grünen-Fraktionschef Edmund Borschel bereits „Pflöcke eingeschlagen“. Auch müsse die Stadt an Geld im Haushalt denken, schließlich sei von einer Milliarde Euro als Wert der Eon-Anteile die Rede.

Dagegen stellte Bürgermeister Manfred Schaub (SPD) fest: „Hier wird viel Halbwissen verbreitet.“ Zunächst müssten die Stadt Göttingen und die 13 Kreise, die eine Sperrminorität von 26,7 Prozent an Eon Mitte halten, entscheiden, ob sie zugreifen wollen. (ing)

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