Zum Mittelalterfest sollen Besucher in historischen Gewändern kommen

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Hoch zu Ross: Mit Rüstung, Schwert und Schild traten Ritter-Darsteller während des Mittelalter-Kultur-Festivals im schleswig-holsteinischen Hohenwestedt am Pfingstwochenende zu einem Schaukampf an. Auch zum Mittelalterspektakel in Kaufungen sollen Besucher in historischen Gewändern kommen.

Kaufungen. Edle Kleider für die Damen, schwere Rüstungen für die Herren, Schilder und Schwerter für die Knappen und alte Gewänder für die Mägde. So stellt man sich das Mittelalter vor und genau so möchte die Gemeinde Kaufungen am Mittwoch ihr Mittelalterspektakel im Stiftshof im Rahmen der 1000-Jahr-Feier inszenieren.

In der Ankündigung zum Fest wird ausdrücklich um mittelalterliche Gewänder gebeten. Im Gemeindeblatt „Kaufunger Woche“ heißt es: „Und wer vom Volke diesem Komödienspiele beiwohnen möchte, der muss entsprechend gewandet sein - sonst kommt er nicht rein.“

Bürgermeister Arnim Roß (SPD) klärt auf: „Gewänder müssen nur während des Schauspiels getragen werden, das zwischen 20 und 21 Uhr aufgeführt wird.“ Die Zuschauer seien bei dem Schauspiel, bei dem Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde in den Kreuzgarten einziehen, das Gefolge des Kaiserpaars. Und um das Mittelalter original darzustellen, müssten alle, die zum Gefolge - also zu den Zuschauern - gehören, ein Gewand tragen, erklärt Roß.

Ein Kommentar zum Thema:

Jessica Bassing über die Kleiderordnung der Gemeinde

Die Idee der Gemeinde ist es, mit der Gewandpflicht den Stiftshof ganz und gar ins Mittelalter zurück zu versetzen. Das Schauspiel sei aber nur ein Teil des Mittelalterspektakels, zu dem man außerdem auch extra Eintrittskarten erwerben müsse, ergänzt Roß.

In der Ankündigung im Gemeindeblatt ist auch die Rede von einem „gewandeten und einem ungewandeten Bereich“. Dieser bezieht sich auf die Gegend im und um den Stiftshof. Gewandpflicht herrsche im Kreuzgarten, wo das Stück aufgeführt werde, erklärt Almut Weingart von der Gewandmanufaktur in Kaufungen.

Diese Pflicht gelte aber nur während des Schauspiels, betont Roß. Alle anderen Aktivitäten in und um den Stiftshof, die bereits um 15 Uhr beginnen, wie Schwertkämpfe, Mäuserennen, mittelalterliche Musik und Lagerleben würden ganz normal weiterlaufen.

„Am Eingang gibt es auch ein Zelt, wo man sich für zehn Euro Gewänder leihen beziehungsweise kaufen kann“, sagt Weingart. Entweder man behält das Kleid oder gibt es zurück - dann gibt es fünf Euro retour. Mehr als 300 Gewänder wurden allein für den Verleih hergestellt.

Weingart schätzt, dass etwa 1000 Bewohner Kaufungens schon Gewänder haben. Größtenteils wurden diese auf Wunsch und Bestellung in der Kaufunger Gewandmanufaktur hergestellt. Kleidungsstücke für Bauern, Adelsleute, für Mönche und Hofdamen wurden angefertigt.

„Der Trend geht sogar schon zum Zweitgewand“, verrät Weingart. Viele Kaufunger seien so begeistert, dass sich die Leute für die Feiern im kühleren Herbst noch ein anderes Gewand anfertigen ließen.

Daher glaube sie auch nicht, dass es Probleme mit der Gewandpflicht gebe. „Und wer sich ganz und gar renitent verhält, kommt an den Pranger“, sagt Weingart und lacht. „Uns ist jeder Gast bei allen Feierlichkeiten willkommen“, sagt Bürgermeister Roß. Aber dass jeder ein Gewand trage, sei schon erwünscht.

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