Mittelalterspektakel in Kaufungen: Von Frauenherzen und Gauklern

Ein Schauspiel im Kreuzgarten: Trotz Regen kamen 200 Zuschauer, um mit den Majestäten die Vorstellung zu genießen.

Kaufungen. Gold und Glitter fallen auf den Boden des Kaufunger Stiftshofes. Oberon, der Herr des Feenreiches, und ein wunderschönes Einhorn schweben auf die Besucher des Mittelalterfestes zu.

1500 Besucher verteilten sich über den wunderschönen Hof und ließen sich von den über zwei Meter großen Fabelwesen verzaubern.

„Die Gewänder sind so liebevoll verarbeitet, und die Atmosphäre in den alten Gemäuern ist unglaublich“, sagt Conny Scheutzel. Ehemann Hans-Jürgen nickt. Er hat sich für das Gewand eines Mönches entschieden. Ein verheirateter Mönch? Conny Scheutzel lacht und sagt: „Früher durften die Mönche heiraten.“

Die Freundinnen Lea Tavares de Brites und Ann-Christin Breuer (beide elf) wissen gar nicht, wo sie zuerst hingehen sollen. „Wir haben uns kurzfristig entschieden herzukommen, deshalb haben wir kein Gewand“, sagt Lea. Ann-Christin bestaunt die Kleidung der Burgfräulein und einiger Prinzessinnen. „Die Musik ist auch so schön“, sagt sie.

Eine lange Schlange steht vor dem Stand, an dem ein 120 Kilo schweres Spanferkel vor sich hin brutzelt. Schankdamen versorgen ihre Gäste mit süßem Met, und die jungen Söldner Elias Baumann (15), Leon Haas (17) und Jonas Baumann (18) bewachen den Bühneneingang zum Kreuzgarten.

Kaufunger Mittelalterfest im Stiftshof

Zwischen Wein- und Bratwurstständen und mittelalterlichen Schwertkämpfen stehen die Gaukler Rüdiger von Recknitzthal und Theo der Reimesprecher der Gruppe Dreyerley. Zum Vergnügen der Zuschauer stimmt der Reimesprecher auf seiner Flöte das Lied der frechen Pippi Langstrumpf an. Und was passiert? Schon springt Rüdiger im Takt der Musik immer schneller von einem Fuß auf den anderen und lässt die Hüften kreisen. Sein langes wallendes Haar hält er mit den Händen zu zwei Zöpfen geformt in die Höhe.

Später am Abend folgen etwa 200 Besucher dem kaiserlichen Paar Klaus Diederich und Johanna Strack in den romantischen Kreuzgarten, wo für den gesamten Hofstaat ein Schauspiel aufgeführt wird. Das Spiel der Arbeitsgruppe Historische Inszenierung und die Schauspieler der Laienspielgruppe Kaufunger Kindertheater erzählen von einer entscheidungsunwilligen Prinzessin, mutigen Rittern und Poeten.

Und mit den Worten „Ja ja, so kennt man die Frauenherzen, die immer mit der Liebe scherzen“, beendet der Sprecher das humorvolle Spiel. (pgr)

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