Grüne gegen teure Leuchtturmprojekte – Vorhandene Strukturen ausbauen

Mobilität im Kreis sichern

Kreis Kassel. Wenn jemand optimistisch in die Kommunalwahl am 27. März geht, dann sind es die Grünen. Mit starken Umfragewerten auf Bundesebene im Rücken, peilen sie im Landkreis die Regierungsbeteiligung an. Das Brechen der absoluten SPD-Mehrheit im Kreistag ist d a s strategische Ziel.

Dieser Anspruch wird durch inhaltliche Ziele untermauert. Die Stärkung der Infrastruktur in der Region vor dem Hintergrund des demografischen Wandels ist dabei für die Grünen ein ganz wichtiger Ansatz. Dazu zählt neben der Sicherung der Grundversorgung mit Einkaufsmöglichkeiten, Ärzten und Schulen auch ein schnelles Internet „Damit jeder an jedem Ort eine gute Chance hat, am Leben teilzunehmen“, sagt Thomas Ackermann.

Dabei soll sich der Landkreis bei der Finanzierung auf seine Kernaufgaben beschränken und nicht „einzelne Leuchtturmprojekte durchboxen, wenn sie nur ein Fünkchen mit neuen Arbeitsplätzen zu tun haben“, fordert Spitzenkandidatin Steffi Weinert. „Indiskutabel“ findet sie es zum Beispiel, dass über die Einführung des Sozialtickets gestritten werde, aber 15 Millionen Euro für den Flughafen Kassel-Calden lockergemacht würden.

Der Kreis müsse vielmehr dazu beitragen, dass die Menschen im Landkreis mobil bleiben. Es dürfe nicht angehen, dass die Leute nach Mallorca fliegen, aber nicht von Kassel nach Niederlistingen kämen. Gestärkt werden müsse deswegen der öffentliche Personennahverkehr.

Ein weiterer Eckpunkt im Wahlprogramm ist die Förderung des Tourismus im Kreis. Keine Mammutprojekte wie Beberbeck, sondern behutsamer Ausbau und bessere Vermarktung mit gezielter Vernetzung bestehender Einrichtungen heißen bei den Grünen dort die Stichworte. Auch wenn die Instandsetzung vorhandener Strukturen - Beispiel Sababurg - weniger populär sein möge als millionenschwere Erweiterungsbauten. „Auch ruhig mal gezielt das Kleine fördern“, heißt die Devise.

Wichtig ist den Grünen das Vorantreiben der Regionalreform - „mit den Gewerbegebieten als Milchkühen“ (Ackermann). Dabei müssten die Bürger viel stärker als bislang geschehen mitgenommen und gezielt über die zugegebenermaßen komplizierte Materie informiert werden. Überhaupt ist die intensive Bürgerbeteiligung ein weiteres wichtiges Anliegen grüner Politik im Landkreis.

Erneuerbare Energien

Auch die erneuerbaren Energien sind Thema im Wahlprogramm. Da, wo der Kreis nicht mitentscheiden kann - zum Beispiel bei der Rekommunalisierung der Stromnetze - soll er zumindest als Mittler auftreten, der die Interessen bündelt.

Mit diesem Programm im Rücken halten sich die Grünen - sollte die absolute Mehrheit der SPD kippen - mehrere Optionen offen. Das reicht von der festen Koalition bis hin zum Regieren mit wechselnden Mehrheiten. Und das - hoffen sie - mit einem Wähleranteil im Rücken, der zwischen zwölf Prozent („eher konservativ geschätzt“) bis hin zu 16 Prozent reichen könnte („eher traumhaft“). Zur Erinnerung: Bei der Wahl 2006 waren es noch 8,1 Prozent. KOMMENTAR

www.gruene-landkreis.de

Von Stefan Wewetzer

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