Familie Kraft führt Gastronomiebetrieb in Breitenbach in der sechsten Generation – Hotelzimmer und Saal

Modern mit dörflichem Charme

Ein erfolgreiches Team: Tim (von links), Heike, deren Schwiegermutter Gisela (83), Günter und Meik Kraft vor ihrem Gasthaus. Foto: Dilling

Schauenburg. Das Gastronomiegeschäft hat sich gewandelt: Vorbei sind die Zeiten, als ein Dorfgastwirt allein mit dem Ausschank von Bier an Landwirte oder Arbeiter, die ihren Feierabend mit einem Schoppen beschließen“, überleben kann. „Das klassische Thekengeschäft ist durch“, sagt Günter Kraft.

Der heute 55-Jährige hat sich rechtzeitig umgestellt und den Familienbetrieb in den vergangenen 25 Jahren modernisiert und Schritt für Schritt ausgebaut: Aus der einstigen Dorfkneipe in Breitenbach, die 1840 erstmals urkundlich erwähnt wurde, ist ein moderner Gastronomie- und Beherbergungsbetrieb geworden, der weit über die Grenzen der Region hinaus bekannt ist.

Das Gasthaus hat dennoch seinen dörflichen Charme und seine Tradition bewahrt. Der rührt noch aus jener Zeit, als ein Vorfahre von Günter Kraft, der Landwirt Johann Georg, wohl vor 175 Jahren, in dem Fachwerkhaus an der heutigen Hauptstraße in Breitenbach seine Kneipe eröffnete. Günter Kraft hat vor 25 Jahren den Betrieb von seinem Vater Georg übernommen. „Damals war klar, wir müssen etwas tun“, erzählt der gelernte Koch.

Sein Vater hatte schon einen Saal und eine Kegelbahn an das Gasthaus angebaut. Günter Koch und seine Frau Heike kauften Nachbargrundstücke dazu, bauten 1992 neun Hotelzimmer, da packte die ganze Familie mit an. Vier Jahre später richteten sie acht weitere in einem rustikalen, über 180 Jahre alten Fachwerkhaus ein.

In letzterem übernachteten gern Künstler, die in der Schauenburger Märchenwache zu Gast seien, berichtet Kraft. Harry Rowohlt, der den „Penner Harry“ in der Kultserie Lindenstraße spielt, habe es besonders gut gefallen. Vor fünf Jahren bauten die Krafts in Handarbeit eine Scheune zum Veranstaltungssaal für bis zu 250 Gäste mit Biergarten um. Viele Kunden hätten nach Räumen für Hochzeiten oder Geburtstagsfeiern gefragt, berichtet der Gastronom.

Zielstrebig haben die Krafts ihren Gästekreis mit einem individuellen Serviceangebot, regionaler und saisonal wechselnder, Küche ausgebaut: Für Motorradfahrer-Gruppen arbeitet Kraft, der selbst begeisterter Biker ist, spezielle Touren an. Das Geschäft mit Radfahrern, Wanderern und Kurzurlaubern - sogar aus dem Ausland - habe zugenommen, berichtet er.

Für die familiäre Atmosphäre ist vor allem Ehefrau Heike zuständig. „Die erzählen mir sogar ihre Probleme, einfach weil sie sich hier wohlfühlen“, sagt die 50-Jährige.

Inzwischen erhält das Ehepaar schon Unterstützung von der sechsten Generation: Sohn Meik (28) hat sich in mehreren namhaften Restaurants als Koch bundesweit seine Sporen verdient. Sein Bruder Tim (26) ist gelernter Koch und Hotelbetriebswirt. Nicht nur für das Geschäft haben die Krafts ein Herz, sondern auch für Menschen, denen es schlecht geht: Seit Beginn machen sie mit großem Erfolg bei der Aktion Advent der HNA mit.

Von Peter Dilling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.