Ein offener Chor fand sich in Rothwesten, um die feierliche Messe in der Kirche musikalisch zu begleiten

Moderner Gesang zur Osternacht

Generalprobe: Übten vor dem Ostergottesdienst: Markus Schmidt (von links) und der Chor im Bild mit Gaby Blankenberg, Mila Rieth, Eva-Sophia Hanßen, Sonja Kasbab und Alexandra Galauch. Foto:  S. Dilling

Fuldatal. Es fängt mit einigen Lockerungsübungen an. Die Sänger legen ihre Köpfe in den Nacken und blicken auf die hohe Decke der Rothwestener Kirche. Dann wieder das Kinn auf die Brust. Schließlich die Tonleiter einmal hoch- und runtersummen. Bei der kirchlichen Gesangsgruppe steht das letzte Treffen vor Ostersonntag an. Die Generalprobe.

„Wir singen hier keine normalen Gottesdienstlieder“, sagt Organist und Chorleiter Markus Schmidt. „Unsere Lieder sind modern und haben einen ganz anderen Rhythmus als alte gregorianische Lieder aus dem 16. Jahrhundert“.

Die Stücke, die sie während des Gottesdiensts am Ostersonntag in der Rothwestener Kirche singen werden, hätten natürlich religiöse Themen wie Segen und Gottvertrauen. Mit ihrem modernen Sound will die Gruppe diese Themen aber auf verständliche Weise und in einer der Zeit angepassten Form rüberbringen.

Doch warum wird eigentlich zu Ostern gesungen? „Mit dem Gesang leiten wir den Ostersonntag ein. Das versinnbildlicht die Auferstehung Christi“, erklärt Chormitglied Stefanie Rieth. Es sei auch ein Grundbedürfnis des Menschen zu singen, fügt Leiter Markus Schmidt hinzu.

Um sechs Uhr morgens geht die Messe am Sonntag los, der Chor trifft sich bereits um halb sechs. Dass die Messe so früh am Morgen beginnt, stört keinen der 17 Sänger. „Es ist so schön atmosphärisch, wenn es erst dunkel ist und wir dann singend in die Kirche kommen“, sagt Gaby Blankenberg. „Man kann die Auferstehung erleben“, fasst Stefanie Rieth zusammen und bezieht sich auf den Sonntag, an dem Jesus für die Gläubigen zum Leben erwachte.

Später am Abend werden dann doch noch die Gesangsbücher rausgeholt, in denen die jahrhundertealten Kompositionen stehen. So ganz ohne Tradition geht es eben doch nicht. Laut Markus Schmidt haben diese aber auch einen entscheidenden Vorteil. „Bei den älteren Kirchenliedern fällt es nicht auf, wenn ein paar Töne nicht getroffen werden“, erklärt er. Trotzdem übt die Gruppe einige dieser Stücke ein. Denn so kann der Chor das gemeinsame Singen während des Ostergottesdienstes unterstützen, sagt Schmidt. „Wenn unsere Gruppe textsicher ist, trauen sich die anderen eher, mit Leidenschaft mitzusingen.“

Von Sebastian Dilling

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