SMA hat neue Logistikhalle im GVZ Kassel in Betrieb genommen – 200 Mitarbeiter im Einsatz

Im neuen SMA-Logistikzentrum geht alles elektronisch

Lohfelden / Niestetal. Auftragszettel? Pustekuchen. Im neuen Logistikzentrum der Solarfirma SMA geht alles elektronisch. Über WLAN und transportable Geräte werden die Aufträge an die 200 Mitarbeiter übermittelt.

Und spätestens zweieinhalb Stunden später verlassen die benötigten Einzelteile per Lkw die Halle, um zu Wechselrichtern zusammengebaut zu werden.

Seit März ist die hochmoderne Halle, die von dem britischen Projektentwickler Gazeley an der Rudolf-Diesel-Straße im Güterverkehrszentrum (GVZ) Kassel errichtet wurde, in Betrieb. Und die ersten Erfahrungen sind laut SMA gut.

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Mit seiner blau abgestuften Fassade setzt die Halle weithin sichtbar ein Zeichen: 420 Meter lang, bis zu 105 Meter breit, zehn Meter hoch. Auf dem Dach wurde eine der größten Solaranlagen in Nordhessen installiert: 9841 Module – von deutschen Herstellern – erzeugen 1,8 Gigawattstunden Strom pro Jahr, genug zur Versorgung von 400 Einfamilienhäusern. SMA nutzt die Anlage gleichzeitig, um ihre größten Wechselrichter der 2-Megawatt-Klasse im Dauerbetrieb zu testen.

Auch das Innere der Halle wirkt gigantisch, aber durch Tageslicht-Gauben hell und freundlich.

Zwischen den Regallagern surren elektrisch betriebene Gabelstapler über den perfekt geglätteten Betonboden. Sie heben die Paletten mit Waren an, flitzen zu einer Dockingstation, drehen ab und verschwinden mit ihrer Fracht auf der Ladefläche eines Lkw. Es ist wie ein lautloser Tanz der Maschinen.

Logistik-Mitarbeiter Reiner Furgoll nimmt am Warenausgang mit seinem Handscanner eine Palette ins Visier: Rote Scannerstrahlen blitzen auf und erfassen den Barcode. In Millisekunden registrieren sie Regalort, Bauteil und den zu beladenden Lkw.

Die 45.000 Quadratmeter große Halle – das entspricht sechs Fußballfeldern – ist in fünf Segmente unterteilt. Eines ist ganz abgeriegelt, hier wird die Luftfracht abgefertigt, die Sicherheitsauflagen dafür sind streng.

In einem anderen Bereich befindet sich die Eingangskontrolle. Mitarbeiter Victor Vogel prüft Elektronikteile und Platinen, die von Zulieferern bezogen werden.

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Im Kleinteilelager liegen die elektronischen Einzelelemente. Der Mitarbeiter erhält eine Anforderung auf sein Display, das am Unterarm getragen wird. Mit einem Fingerscanner nimmt er das Teil ins Visier und schickt es über Förder- und Rollenbänder zum richtigen Lkw. Fast gespenstisch wirkt das automatische Kommissionierungslager, das ganz ohne Personal auskommt. Hier werden fertige Wechselrichter zum Austausch von defekten Geräten vorgehalten.

An 64 Toren können Lastwagen andocken. Dank modernster Technik dauert ihre Beladung nur wenige Minuten. Von hier werden die Teile zu den Produktionsstätten in Kassel-Salzmannshausen und Waldau, im Ausland und demnächst auch zum Servicecenter auf dem Sandershäuser Berg gefahren.

Bilder von der Logistikhalle

Das neue SMA-Logistikzentrum

Kurze Lieferfristen sind wichtig, erläutert Armin Lohse, der bei SMA für die Logistik verantwortlich ist. Denn jeder Wechselrichter ist ein Einzelstück, das nur nach Bestellung gebaut wird. Und irgendwo wartet bereits der Besteller, der seine Solaranlage in Betrieb nehmen möchte.

Von Holger Schindler

 

Rubriklistenbild: © HNA/Schindler

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