Unternehmen Bolte investiert seit Jahrzehnten in den Familienbetrieb – Weitere 70 000 Euro stehen bereit

Möbelhaus baut Lagerhalle aus

Seit 1952 durchgestartet: Ein Lieferwagen von Möbel Bolte vermutlich Ende der 50er-Jahre auf der Autobahn nach Frankfurt unterwegs. Eine Maschine donnert gerade vom nahe gelegenen Flughafen Frankfurt über den Wagen hinweg. 2 Fotos: privat/nh

Vellmar. Warm wollten es die Menschen in der Nachkriegszeit haben. Deshalb lief der Verkauf von Tages- und Steppdecken so gut, die Herbert Bolte mit seinem neu gegründeten Betrieb seit 1952 verkaufte.

„Mein Vater Johannes steuerte damals den gebrauchten Lieferwagen mit den Produkten durch den nordhessischen Raum von Dorf zu Dorf“, erinnert sich Seniorchef Herbert Bolte. Heute, nach 60 Jahren, ist das Familienunternehmen ein Betrieb, der im Jahr knapp über acht Millionen Euro umsetzt und 43 Arbeitsplätze bietet.

Das funktioniert, weil die Familie - 2005 hat Sohn Jörg Bolte den Betrieb übernommen - immer wieder investiert und modernisiert. 120.000 Euro wurden in den vergangenen Jahren in die Dachsanierung am Hauptsitz in Obervellmar an der Holländischen Straße gesteckt, 70.000 Euro stehen im kommenden Jahr nach Auskunft Jörg Boltes für Investitionen in die 2000 Quadratmeter große Lagerhalle am Bahnhof Obervellmar an.

Moderner Hauptsitz: 1981 wurde der Neubau an der Holländischen Straße neben der Alten Schule (hinten links) mit 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche eröffnet.

Eine Strategie, die sich ausgezahlt hat. Gern blickt der rüstige Seniorchef Herbert Bolte, 85, auf die Anfänge zurück. Auf den Start im Jahr 1952 im Wohnhaus an der Ihringshäuser Straße in Kassel, die Anmietung und den späteren Kauf einer leer stehenden Gaststätte mit großem Lager 1954 in der alten Hauptstraße in Obervellmar und die Einrichtung eines Verkaufslagers an der heutigen Werner-Hilpert-Straße in Kassel 1959. Da hatte Herbert Bolte die Produktpalette von den Steppdecken längst um Matratzen und den Versand von Möbeln erweitert. „Wir haben gute Geschäfte gemacht“, erinnert sich der Senior. Davon zeugt heute noch eines der wenigen historischen Fotos aus den 50er-Jahren: Während sich einer der Bolte-Lieferwagen auf der Autobahn Frankfurt nähert, donnert eine gerade vom Flughafen gestartete Maschine über den Wagen hinweg.

Einen Einschnitt in der Firmengeschichte gab es 1972, als Bolte die Alte Schule in Obervellmar kaufte und dort die Zentrale des Unternehmens einrichtete. Im Jahr darauf kam ein Anbau dazu. Endgültig in der Moderne angekommen war der Familienbetrieb 1981, als der Neubau direkt neben der Alten Schule eröffnet wurde. 10 000 Quadratmeter Verkaufsfläche stehen Möbel Bolte jetzt zur Verfügung - darunter auch das Küchenstudio an der Regenbogenkreuzung, das 1997 dorthin ausgelagert wurde. „50 Prozent unseres Umsatzes machen wir ganz klar mit Kunden aus Kassel und Vellmar“, sagt Inhaber Jörg Bolte. Darunter sei ein „hoher Stammkundenanteil“. Das persönliche Gespräch mit den Kunden sei dafür ausschlaggebend, betont Seniorchefin Marlies Bolte. Die 74-Jährige gilt noch heute als die Seele des Geschäfts.

Auch deshalb hat sich das Familienunternehmen auf dem hart umkämpften Markt durchgesetzt. Schließlich hätten in den 60 Jahren im Raum Kassel „mehr als 20 - oft kleinere - Möbelhäuser aufgegeben“, erinnert sich Herbert Bolte.

Von Stefan Wewetzer

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