Ärger um historische Wohnanlage an der Söhrestraße in Lohfelden dauert an – Mieter weiter unzufrieden

Monarchis fordert Kooperation

Letzter Anlauf: (von links) Sonja Schneider (Monarchis-Vertrieb und Marketing), Hausverwalter Frank Damme und Monarchis-Projektleiter Halil Bahadir pochen auf die Kooperationsbereitschaft der Mieter. Nur so könne das Projekt Söhrestraße in Lohfelden – dort entstand unser Foto – eine Zukunft haben. Fotos: Schindler

Lohfelden. Als die Firma Monarchis (Neu-Ulm) im Frühjahr 2008 85 Wohnungen an der Söhrestraße in Lohfelden erwarb, verband die Grundbesitzgesellschaft große Hoffnungen mit dem Objekt. Eine umsichtige Sanierung der historischen Wohnanlage wurde angekündigt, die Mieter bräuchten sich keine Sorgen machen. Doch viele der langjährigen Mieter waren skeptisch.

In den vergangenen vier Jahren hat sich die Kluft vergrößert. Die Kritik von Mietern an der Monarchis verstummte nicht, auch bei den neuen Eigentümern wuchs das Unverständnis gegenüber den Lohfeldenern. Nun scheint man am Scheidepunkt angelangt zu sein.

Aktivkreis der Mieter

„Wir wollen jetzt die Kooperationsbereitschaft der Mieter sehen. Dann machen wir weiter“, sagte Monarchis-Vertriebsleiterin Sonja Schneider im Gespräch mit der HNA. Wenn nicht, dann werde das Sanierungsprojekt auf Schmalspur gehalten. Erpressen lasse man sich von kritischen Mietern nicht.

„Wir werden uns bemühen“, fügt die Monarchis-Frau aus Neu-Ulm hinzu. „Wir hoffen sehr auf eine gute Mietergemeinschaft.“ Dann könne man gemeinsam Pläne schmieden. Wie etwa in Leipzig-Grünau, wo Monarchis im Herbst 2008 drei Blocks mit 427 Wohnungen bei einer Zwangsversteigerung erwarb. Dort herrsche mittlerweile ein sehr gutes Klima, sagt Sonja Schneider. In einem Aktivkreis würden mittlerweile 50 Mieter mitarbeiten. Auf Wunsch der Mieter dort habe man zum Beispiel Gästewohnungen für Besucher der Mieter eingerichtet. Monarchis will die Idee – Stichwort Vernetzung – weiterführen: Monarchis-Mieter von anderen Standorten, also auch aus Lohfelden, sollen dort einen günstigen Kurzurlaub machen können.

Den Mietern in Lohfelden brennt jedoch vordringlich ihre eigene Situation auf den Nägeln. Sie wollen, dass es mit der angekündigten Sanierung vorangeht. Neue Fenster wurden inzwischen zwar überall eingebaut, aber der Rest stockt seit Jahren. Sollen wir für die Einzelöfen in den Wohnungen Öl für den Winter bestellen, wollen die Mieter wissen, oder kommt jetzt endlich die versprochene Zentralheizung? Vermutlich nein. Denn die Monarchis hat die Prioritäten verändert, das Projekt Leipzig habe Vorrang, heißt es.

Zukauf geplant

Außerdem will die Monarchis wachsen. Im laufenden Jahr sollen zu den bestehenden 661 Wohnungen 500 weitere an verschiedenen Orten hinzukommen. Auch in der Region wolle man zukaufen. Die Objekte würden zurzeit geprüft, sagt Sonja Schneider. Die Monarchis könne als Grundbesitzgesellschaft, die Geld von Anlegern verwaltet, dabei auf Eigenkapital zurückgreifen. HINTERGRUND / KOMMENTAR

Von Holger Schindler

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