Zwei Wochen lang war die Strecke im Lossetal gesperrt – 2700 defekte Schwellen wurden ausgetauscht

Ab Montag wieder freie Bahn

Schwellentausch: Zwischen der B7-Brücke in Niederkaufungen und der Haltestelle „Rieckswiesen“ wurden 2700 Schwellen ausgetauscht. Unser Bild zeigt den Bahnübergang am Setzebach. Fotos: C. Hartung

Kaufungen/Helsa. Zwei Wochen lang fuhr keine Tram zwischen Kaufungen und Hessisch Lichtenau. Anstatt der Bahnen beförderten Ersatzbusse die Fahrgäste. Doch ab Montagmorgen, 4 Uhr, läuft alles wieder normal.

In der Zeit der Sperrung sind zum einen wichtige Grünpflegearbeiten erledigt und zum anderen Schwellen auf der Strecke ausgetauscht worden.

Normalerweise könne man Schwellen 40 bis 50 Jahre in diesem Bereich nutzen, weiß Harald Gerk von der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft (KVG). Doch 2700 Stück mussten in Niederkaufungen bereits nach 15 Jahren getauscht werden.

„Jedes Vierteljahr wird die Strecke abgegangen und geprüft“, erklärt Gerk. Dabei habe man im vergangenen Jahr Risse in einigen Schwellen entdeckt. „Wir hatten Glück, dass der vergangene Winter so mild war, sonst hätten die Schwellen noch mehr gelitten“, sagt Thomas Schenck, Projektleiter von der Hessischen Landesbahn (HLB).

Für die Herstellung der Schwellen, von denen jede einzelne über 300 Kilo wiegt, gebe es spezielle Rezepturen, weiß Gerk. Wahrscheinlich habe der Hersteller damals einen falschen Zuschlagsstoff verwendet, der sich mit der Zeit chemisch verändert, vermutet Schenck.

Die Kosten für die neuen Schwellen trägt der Betreiber der Strecke, die Regionalbahn Kassel. Rund 50 Euro kostet eine neue Schwelle.

Das Angebot war damals europaweit ausgeschrieben worden. Der günstigste Anbieter wurde beauftragt. „Im Neuzustand konnte man die fehlerhafte Herstellung leider nicht sehen“, erklärt Gerk.

Das Eisenbahn-Bundesamt habe die Schwellen geprüft und schließlich abgenommen. Als die Risse im vergangenen Jahr entdeckt worden waren, wurde unmittelbar entschieden, dass die Schwellen getauscht werden müssen.

Strecke jederzeit sicher

Die Strecke sei aber zu jeder Zeit sicher gewesen, so Schenck. Würde man gerissene Schwellen allerdings nicht tauschen, könnte es im schlimmsten Falle zu einer Entgleisung kommen. „Davon waren wir aber noch meilenweit entfernt.“

Morgen, am Sonntag, fahre ein elektrisches Schienenfahrzeug die Strecke ab, erklärt Heidi Hamdad, Pressesprecherin der KVG. „Wenn bei der Bügelfahrt alles in Ordnung ist, können die Bahnen ab Montag wieder wie gewohnt fahren.“

Von Carolin Hartung

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