Angehörige hoffen, dass Täter gefasst wird

Mord an Kaufungerin vor 50 Jahren nie aufgeklärt

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Mordopfer: Margrit Viehmann wurde erdrosselt. Foto: privat/nh

Kassel/Kaufungen. Margrit Viehmann aus Kaufungen wurde vor 50 Jahren ermordet. Bis heute ist der Fall nicht geklärt. Angehörige hoffen weiter, dass der Täter gefasst wird.

Eine schreckliche Bluttat schockierte vor 50 Jahren die ganze Region. Am 23. Mai 1964 verschwand die damals 16-jährige Margrit Viehmann aus Kaufungen und wurde kurze Zeit später ermordet.

Sie hatte am Abend des Verbrechens das Tanzlokal „Schillerklause“ in Oberkaufungen besucht. Gegen 22 Uhr machte sie sich auf den Heimweg zum Hof der Eltern in Niederkaufungen. Doch dort kam sie nie an. Die Kasseler Kripo, die in dem Mordfall ermittelte, rekonstruierte, dass die junge Frau über die Bundesstraße (die heutige Kreisstraße) ging. Zum letzten Mal lebend gesehen wurde sie kurze Zeit später am Bahnübergang der Waldkappler Bahn.

Zeugen beobachteten an dieser Stelle auch einen älteren Opel Rekord mit eingeschaltetem Abblendlicht und offenen Türen, der dort geparkt war. Später fand die Polizei dort Blut, Knöpfe von Margrit Viehmanns Bluse und den Riemen ihrer roten Tasche. Sie vermutete deshalb, dass der Mord an diesem Ort geschehen war. Zwei Tage später fanden spielende Kinder die Tasche des Opfers in der Fulda bei Spiekershausen.

Fast zwei Jahre lang fehlte jede Spur von Margrit Viehmann. Dann fanden Waldarbeiter ein Skelett in der Fichtenschonung am Umschwang zwischen Nieste und Kleinalmerode. Bei der Leiche lag ein Kettchen, das Margrit getragen hatte. Kleidung wurde keine gefunden. Die Polizei wertete das als Indiz für ein Sexualdelikt.  

Die anschließende gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass die junge Frau vermutlich am Bahnübergang niedergeschlagen und dort oder an einem anderen Ort erwürgt oder erdrosselt worden war.

Heute - 50 Jahre nach der Tat - ist das Verbrechen an Margrit Viehmann noch immer ungeklärt. Doch Mord verjährt nicht und daher ist in der Vergangenheit auch immer wieder ermittelt worden. So wurde der Fall 1974 noch einmal aufgerollt, doch gelöst werden konnte er nicht.

Im Jahr 2007 hatte die HNA im Rahmen einer Serie über ungeklärte Mordfälle über das Schicksal Margrit Viehmanns berichtet. Daraufhin habe es zahlreiche neue Hinweise gegeben, sagt Kriminaloberkommissar Horst Cäsa. Er leitet das für Tötungsdelikte zuständige Kasseler Kommissariat K11. Die Ermittler hätten sich damals noch mal intensiv mit der Spurenlage auseinandergesetzt. „Leider haben uns die Hinweise nicht weitergebracht. Aber sie haben uns gezeigt, dass sich immer noch etwas bewegen kann.“

Neuen Hinweisen würde immer nachgegangen und dabei abgeglichen, ob es Ermittlungsansätze gebe, die zum Beispiel mit neuen Untersuchungstechniken verfolgt werden könnten.

Zudem würden alle Akten mit ungeklärten Fällen regelmäßig auf neue Ansätze überprüft. „Solche Fälle sind für uns auch eine kriminalistische Herausforderung“, so Casä. Daher sollten sich der oder die Täter nicht in Sicherheit wiegen. „Die Hoffnung, dass wir den Fall doch noch aufklären, nimmt zwar mit der Zeit ab, aber eine Chance bleibt immer bestehen.“

Von Nicole Schippers

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