Kater des im September verstorbenen Rogelio Barroso leisten alten Menschen Gesellschaft

Jede Menge Streicheleinheiten: Altenheim-Mitarbeiterin Gitta Schäfer (links) hält Kater Moritz auf dem Arm. Bewohnerin Magdalene Mühlhausen freut sich über den tierischen Neuzugang.

Lohfelden/Kassel. Max und Moritz geht es gut. Sie fühlen sich pudel-, pardon, katzenwohl in ihrem neuen Zuhause, inmitten ihrer neuen Mitbewohner.

Bleibe gefunden

Dort haben jetzt die herrenlos gewordenen Kater eine neue Bleibe gefunden. Ihr Besitzer, Kassels Stadtrat Rogelio Barroso, war im September im Alter von 78 Jahren gestorben. Der hinterbliebene Sohn Pablo ebenso wie die Nachbarn haben aber selbst Katzen, die sich nicht mit Max und Moritz vertragen. Deshalb war über die HNA ein Aufruf gestartet worden: „Katzenbrüder sind allein - Haustiere suchen ein neues Zuhause“.

„Das passte prima“, sagt Schwendt. Man hatte sich im Altenzentrum Söhre schon seit Längerem überlegt, Katzen anzuschaffen. „Wir haben sehr gute Erfahrungen mit dem Projekt Tierbesuchsdienst Hollerhof aus Felsberg gemacht“, erzählt Schwendt.

Regelmäßig erhielten dabei die alten Menschen Besuch von Tieren wie Meerschweinchen, Hühnern, einem Hund und sogar einem Alpaka. Bei den Bewohnern, darunter viele demente Menschen, kämen die Besuche gut an. Die Tiere zauberten vielen alten Menschen ein Lächeln ins Gesicht und machten sie glücklich. So sei die Idee entstanden, Tiere anzuschaffen, die dauerhaft im Heim leben. „Und justament standen Max und Moritz in der Zeitung“, sagt Schwendt.

Die beiden zwölfjährigen Kater waren auf Anhieb die Lieblinge des Hauses - sowohl bei den Bewohnern als auch bei den Mitarbeitern. Sofort habe sich eine Mitarbeiterin, Martina Mohr, als Tierpatin zur Verfügung gestellt.

Sie achtet darauf, dass es ihren Schützlingen an nichts fehlt, dass sie regelmäßig zum Tierarzt kommen und ihre Medizin einnehmen. Es gebe Kollegen, die das Katzenklo sauber machten, und andere, die dafür sorgten, dass die Futternäpfe immer gefüllt sind. Sämtliche Tierhaltungskosten zahlt die ASB-Einrichtung.

Als die Katzen wegen der Allergie eines Bewohners das Stockwerk wechseln mussten, gab es Proteste, erzählt Schwendt. Viele wollten, dass die Katzen in der Nähe bleiben. „Max und Moritz sind ein Gewinn für unser Haus. Sie geben allen so viel“, sagt Schwendt.

Die Katzen kommunizierten mit den Demenzkranken und gäben ihnen das Gefühl, nicht allein zu sein.

Auch Pablo Barroso ist zufrieden: „Die Idee hat mir sofort gefallen. Das passt zu meinem Papa. Mein Vater war als Stadtrat oft zu Besuchen in Altenheimen. Eine solche Bleibe hätte ihm für seine geliebten Kater gut gefallen.“

Von Christina Hein

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