SV Kaufungen 07 entwickelt Förderprogramm für Nachwuchs am Ball und im Verein

Motto: Elf Ziele für elf Freunde

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Nachwuchsförderung: Unser Bild zeigt die Fußball-AG der Integrierten Gesamtschule Kaufungen, die von Robert Omazic (hinten rechts) betreut wird. Martin Pyka (hinten links) hat das Programm in Absprache mit Vereinspräsident Manfred Benda (hinten Mitte) entwickelt.

Kaufungen. In die Rolle des Schiedsrichters schlüpfen und erfahren, wie es ist, zu Entscheidungen zu stehen – das ist eines von elf Zielen des neuen Nachwuchsförderprogramms vom SV Kaufungen 07.

Martin Pyka, sportlicher Leiter der 550 Mann starken Fußballsparte, hat das Programm entwickelt. „Die Spieler sollen sportlich und persönlich ausgebildet werden“, sagt Pyka. Das Image des Vereinssports soll verändert werden, ergänzt Vereinspräsident Manfred Benda. Man wolle weg von „Ball und Bier“. Dazu gehöre auch, die 20 ehrenamtlichen Trainer nicht nur taktisch und technisch auszubilden.

Weg von „Ball und Bier“

Künftig sollen sie dem Spielernachwuchs auch Weitblick und Verantwortung vermitteln. Die Arbeit dafür gehe über das Bolzen am Platz hinaus. Beim Fairnesstraining der C-Jugend mit dem lokalen Projekt „RAN! für Toleranz und Anerkennung“ lernen die jungen Kicker Regeln, die über das Spielfeld hinaus Gültigkeit haben.

Auch schulische Leistungen werden vom Verein gefördert. Zwei Mal in der Woche bietet der Verein Nachhilfeunterricht in der vereinseigenen Gaststätte an.

Ein Oberstufenschüler betreut dann bis zu 20 Kinder in allen Fächern. Nicht alle Kinder sind auch Mitglieder. „Gäste sind jederzeit willkommen“, sagt Benda. Im Gegenzug findet an der benachbarten Gesamtschule Kaufungen eine Fußball-AG statt.

Soziale Verantwortung

Dazu wurde vom Verein eine neue Stelle geschaffen. Derzeit unterrichtet Robert Omazic im Rahmen eines freiwilligen sozialen Jahres 30 Schüler. Die Kinder treffen sich mittwochs zwischen 14 und 15.30 Uhr. „Schule und Verein sollen vernetzt werden“, sagt Pyka.

Den Nachwuchs aus den eigenen Reihen zu fördern, bedeutet auch, sich den Themen außerhalb des Vereinslebens anzunehmen. Darum organisiert der Verein Projekte wie das „Spiel gegen Freunde“, wo mit geistig Behinderten gekickt wird. „Leistungssport und soziale Verantwortung gehören zusammen“, sagt Benda. Neben der Unterstützung in der Schule bietet der SV Kaufungen auch in den Schulferien Programme an. Dabei fungieren Spieler der Jugendmannschaften als Trainer – auch hier ermöglicht die Fußballsparte des Vereins eine Blickumkehr.

„Leistungssport und soziale Verantwortung gehören zusammen.“

„Um ein so breites Angebot aufzustellen zu können, mussten die Strukturen des Vereins verändert werden“, sagt Benda. „So ein Veränderung ist nicht einfach.“

Von Pykas Bemühungen profitiert mittlerweile der ganze Verein. Durch die Zusammenarbeit mit neuen Kooperationspartnern wie einem Fitnessstudio, in dem Mitglieder günstiger trainieren, und einer Fahrschule mit Sondertarifen für die Vereinsmitglieder, haben alle einen Gewinn.

Auch nach Ablauf von Pykas Amtszeit soll das von ihm geschaffene Funktionsteam erhalten bleiben.

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