Müll-Chaos auf Privatgrundstück: Gemeinde sind die Hände gebunden

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Es sieht wüst aus: Das Gelände an der Flughafenstraße 36 in Bergshausen wird immer mehr vermüllt. Pappe, Plastik, Scherben und Restmüll liegen überall verstreut herum.

Fuldabrück. Ausgediente Kühlschränke, kaputte Computer-Bildschirme, Glasscherben, Altpapier und Plastik: Auf dem leer stehenden Gelände an der Flughafenstraße 36 in Bergshausen sieht es wüst aus. Überall liegt Müll herum. Doch die Gemeindeverwaltung kann nichts dagegen tun.

"Uns sind juristisch die Hände gebunden", moniert Eckhard Grebe, Erster Beigeordneter der Gemeinde Fuldabrück. Das Grundstück gehöre einer Familie aus Kassel. "Und auf einem Privatgrundstück haben wir kein Recht, tätig zu sein", sagt Grebe. Die wilde Müllkippe sei nicht nur schlecht für das Ortsbild, sondern berge auch Verletzungsgefahren. Da das Gelände frei zugänglich ist, könnten sich Kinder an Metallteilen oder Glasresten, die dort überall herumliegen, verletzen.

Die Gemeinde beobachte das Grundstück und wenn es gefährlichen Müll gebe, der schädlich für Umwelt und Grundwasser sein könnte, dann schreite das Ordnungsamt ein. Das sei dann eine Sache, die das Allgemeinwesen betreffe, in diesem Fall kann die Gemeinde den gefährlichen Müll entfernen, sagt Grebe.

"Wir treten regelmäßig in Kontakt mit der Familie, fordern sie auf, das Gelände zu reinigen, machen Druck, dass da endlich was passiert  aber die Familie reagiert nicht", berichtet der Erste Beigeordnete.

Bewohner aus Bergshausen beschweren sich nicht nur über den Müll, der dort überall liegt. "Der Parkplatz wird auch als billige Übernachtungsmöglichkeit von Lkw-Fahrern missbraucht", beschwert sich eine Anwohnerin. Die Lastwagenfahrer würden vom Rastplatz am Lohfeldener Rüssel kommen. Da es keine sanitären Anlagen oder Ähnliches am Gelände an der Flughafenstraße gebe, blieben die Hinterlassenschaften den Bewohnern erhalten.

Bewohner sind verärgert

"Das ist ein absolutes Ärgernis", sagt Grebe. Aber die Gemeinde könne nicht einschreiten. "Wir haben die Familie mehrfach aufgefordert, eine Schranke anzubringen oder zumindest mit einem Seil den Parkplatz abzusperren, sodass das Gelände nicht mehr von Lkw-Fahrern genutzt wird", berichtet Grebe. Aber alle Bemühungen der Gemeinde liefen bisher ins Leere.

Seit gut vier Jahren steht das Gebäude schon leer. Zuletzt war dort "Toys Center", ein Fachmarkt für Spielwaren und Kindersachen. Jetzt will die Familie aus Kassel das Gebäude wohl verkaufen.

Erster Verkauf scheiterte

Hans Kössinger, Immobilienmakler aus Kassel, kümmert sich um den Verkauf des Gebäudes. Es gebe einige Interessenten, denn die Lage der Immobilie in der Nähe zur A 7 sei sehr gut. "Das Problem ist eher, für ein neues Geschäft die Genehmigung zu bekommen", sagt Kössinger. Das liege am Zweckverband Raum Kassel, der die Auflagen bezüglich der Verkaufsflächen vorgibt. 2008 wurde das Gebäude schon einmal verkauft, berichtet Kössinger. Ein größerer Zoofachmarkt hätte dorthin kommen sollen. "Aber es gab vom Zweckverband keine Genehmigung dafür", sagt der Immobilienmakler und deshalb wurde der Verkauf wieder rückabgewickelt.

Von Jessica Bassing

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