Kinder nahmen Schwachstellen in Altenbauna ins Visier: Bolzplatz bekommt Tore

Müll, Kot, Temposünder

Kritik und Lob die Baunataler City: David (vorn von links), Dilges, Maxi, Noah, Simon und weitre Kinder nahmen Spielmöglichkeiten, Ambiente und Verkehrswege unter die Lupe. Fotos: Dilling

Baunatal. „Hier gibt es teilweise eine tolle Natur und schöne Spielmöglichkeiten, wenn man sich auskennt“, sagt Ylva Hanig. Sie hat mit zwei Dutzend anderen Kindern in der ersten Ferienwoche die Baunataler City unter die Lupe genommen.

Leider gebe es auch eine Reihe „doofer Orte“, meint die Neunjährige.

Diese Schwachstellen, an denen sich Kinder nicht so wohl oder gar bedroht fühlen, haben die Sieben- bis Elfjährigen im Rahmen eines Kinder- beteiligungsprojekts der Stadt ins Visier genommen. Am Donnerstag stellten sie im Vereinshaus Erlenbach ihre Bilanz vor.

Darin finden sich hauptsächlich vier Missstände, die den Kindern aufgestoßen sind: Sie fanden bei ihren Erkundungstouren so viel Müll in Hecken und Ecken, dass sie ihn nicht einmal vollständig wegtragen konnten. Auch der Hundekot sei allgegenwärtig, klagt David (11). Er hat mit anderen Kindern Kotbeutel verteilt und Hundebesitzer angesprochen. Und dabei nicht immer freundliche Antworten erhalten, wie er sagt.

Außerdem stellten die Kinder fest, dass die City nicht überall ein sicheres Pflaster für Fußgänger ist. Am Aldi-Markt werde zu schnell gefahren. An der Langenbergstraße, Höhe Aral-Tankstelle, fehlten Überweg und Fußgängerampel – genauso wie an der Heinrich-Nordhoff-Straße und an ein paar anderen Stellen, wo Kinder die Straßen gern überqueren.

Immerhin: Die bei den Kindern unbeliebte Unterführung Friedrich-Ebert-Allee kommt dieses Jahr noch weg. Das teilte Regina Braunewell, Fachgebietsleiterin bei der Stadtverwaltung, den Kindern und deren Eltern mit.

Mit den Jugendlichen, von denen sich kleinere Kinder vor allem im Umfeld der Haltestelle Stadtmitte (ZOB) gestört und zum Teil bedrängt fühlen, ist das nicht so einfach. Da falle ihr nicht sofort eine Lösung ein, sagte Heide Hoffmann, Kinder- und Jugendbeauftragte der Stadt Baunatal.

Gelohnt hat sich das Beteiligungsprojekt dennoch: Der Bolzplatz Rembrandtstraße wird Fußballtore erhalten, die mit Graffiti übersäten Gedenktafeln am Brunnen bekommen einen Anstrich.

Von Peter Dilling

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