Abfalltonnen im Landkreis Kassel bekommen Strichcode

Kreis Kassel. Seit einer Woche haben die ersten Mülltonnen im Landkreis Kassel einen Wiedererkennungswert. Bereits im September vergangenen Jahres hatte der Kreis die elektronische Mülltonnenerkennung angekündigt, mit der nun in der Stadt Immenhausen begonnen wurde.

In der dritten Novemberwoche wurden insgesamt 6254 Etiketten versandt, die die Bürger mithilfe einer beigelegten Bildanleitung eigenständig anbringen müssen. „Die Immenhäuser haben das System bislang sehr positiv aufgenommen“, berichtet Uwe Pietsch, Betriebsleiter der Abfallentsorgung im Kreis Kassel.

Pro Tonne sind zwei Aufkleber vorgesehen, auf denen in einem Strichcode Informationen zur Tonnen-Identifikation enthalten sind. Bei der Leerung wird die verschlüsselte Information dann mit einem Scanner eingelesen, wodurch der Müllwerker das zur Tonne gehörende Grundstück und die vom Nutzer bezahlte Tonnengröße ablesen kann.

Verwechslung vermeiden

Mit diesem neuen Identsystem sollen künftig Verwechslungen vermieden werden. Die Routenplanung vereinfache sich dadurch, was sich nachhaltig auf die Effizienz der Abfallentsorgung auswirken soll, so Pietsch. Der verbesserte Service komme vor allem den Bürgern zugute. Bei Schäden an der Tonne zum Beispiel müsse der Bürger sich künftig nicht mehr selber um Ersatz kümmern. Die Information wird bei der regulären Tonnenleerung automatisch mit aufgenommen und weitergeleitet.

Die Kosten des neuen Systems belaufen sich nach Angaben von Landkreissprecher Harald Kühlborn auf etwa 800 000 Euro. Nach vier bis fünf Jahren soll die Summe wieder eingespielt worden sein. Viele Tonnen seien bislang nicht angemeldet gewesen und quasi unentgeltlich geleert worden, weiß Uwe Pietsch von der Abfallentsorgung.

Senkung der Müllgebühren

Allein die Registrierung dieser Tonnen bringe langfristig erhebliche Mehreinnahmen. Auf die Müllgebühren wirkt sich die Aktion ebenfalls positiv aus. Ab 1. Januar 2012 sinken die Gebühren um durchschnittlich 13,6 Prozent. „Damit wird die Gebühr vergleichbar sein mit der von vor 1999“, sagt Pietsch. Als zweite Gemeinde wird Reinhardshagen Anfang 2012 mit Mülltonnenaufklebern versorgt.

Innerhalb von vier Wochen sollen alle Bürger ihre Tonnen etikettiert haben. Grund zu übertriebener Eile gibt es aber nicht: Nach etwas zwei Wochen bekommen Nutzer nicht beklebter Tonnen eine Erinnerungsnotiz und haben dann weitere zwei Wochen Zeit, die vorgesehene Kennzeichnung anzubringen. „Wir werden nicht von heute auf morgen Tonnen ohne Etikett stehen lassen“ sagt Pietsch beruhigend. „Vorher nehmen wir in jedem Fall persönlich Kontakt auf.“ Im Spätsommer 2013 sollen nach Angaben von Pressesprecher Kühlborn die Bürger aller Gemeinden Etiketten für ihre Abfalltonnen erhalten haben.

Von Sina Hühne

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