Uniformtauschbörse zieht viele Sammler nach Fuldatal

Fuldatal. Dass Ottmar Zins mehr als 250 Kilometer fahren musste, um seine Schätze bei der nordhessischen Polizeitauschbörse zu präsentieren, macht dem Polizeibeamten nichts aus. Er ist einer der rund 25 Sammler von Polizeiuniformen, die sich am Wochenende zur 14. Tauschbörse in Fuldatal trafen.

Das Treffen in den Räumen der Bundesbereitschaftspolizei war wieder von Burghard Graf organisiert worden. „Die Tauschbörse in Fuldatal ist für mich besonders interessant, weil man hier nette Kollegen trifft, die das gleiche Hobby haben“, erklärt Ottmar Zins, der Polizist aus Südhessen.

Mehrere Tausend Abzeichen

In seinem Fundus befinden sich etwa 100 Mützen und mehrere Tausend Abzeichen, die er über Jahre gesammelt hat. Es sei nicht ganz so einfach, an Kopfbedeckungen zu kommen, bestätigt der Sammler. Erst wenn ein Uniformwechsel stattfinde, würden auch die alten Mützen ausgemustert, und dann könne man die mit ausländischen Kollegen tauschen. Zins teilt das Hobby mit seiner Frau Ratana – ebenso wie Wolfgang Weide aus Habichtswald, der von seiner Lebensgefährtin Jaisawan Sitthi unterstützt wird.

Der 54-Jährige sammelt ausschließlich deutsche Polizeiuniformen aus der Kaiserzeit und der Weimarer Republik. Er verfügt über eine der größten polizeihistorischen Sammlungen in Deutschland und stellt seine Exponate in einer Dauerausstellung der Hobby- und Sammlerwelt in Gießen aus. Mehr als 3000 Exponate nennt der Polizei-Historiker sein Eigen. Darunter sind 40 Pickelhauben und Polizei-Tschakos.

Besonders stolz ist der Habichtswalder auf ein Kaskett aus dem Königreich Sachsen, eine Art Pickelhaube, die auch vom sächsischen Stadtgendarmerie-Corps unter König August dem Starken zu Beginn des 18. Jahrhunderts getragen wurde. „So ein Stück ist eine echte Kostbarkeit und hat einen Sammlerwert von 3000 bis 4000 Euro.“

So viel wollte Stefan Gruber, Sammler aus der Pfalz, nicht ausgeben. Gemeinsam mit Natalya Myschko besuchte er die Börse. Dabei fiel der 25-Jährigen aus Weißrussland auch eine Fellmütze auf, wie sie von Polizisten zu Sowjetzeiten in ihrer Heimat getragen wurde.

Erlebt hat das die junge Frau zwar nicht mehr, war aber überrascht, eine solche Mütze in Ihringshausen zu finden.

Rubriklistenbild: © Brandau

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.