Wissenschaftliche Studie

Studie: Museen im Kreis Kassel verbesserungswürdig

Landkreis Kassel: Museen mangelt es an Geld

Kreis Kassel. Die Betreiber von Museen im Landkreis Kassel sind sehr engagiert, haben gute Ideen und großes Interesse daran, möglichst vielen Besuchern ihre Schätze zu zeigen. Doch bei der Umsetzung hapert es vielerorts:

Ehrenamtliche Helfer sind überfordert, es mangelt an Aus- und Fortbildung und genügend Personal. Die Präsentation und Bewerbung der vorhandenen kulturellen Vielfalt kommen oft zu kurz, wenn es um das überregionale Publikum und Schulen geht.

Dieses Fazit zieht zumindest eine Studie, die im Auftrag des Hessischen Museumsverbands und des Landkreises Kassel erstellt wurde.

Die Historiker Kirsten Hauer und Friedrich Krause (Marburg) haben 15 private und öffentlich geleitete Museen mit überörtlicher Bedeutung unter die Lupe genommen. Die beiden Wissenschaftler empfehlen eine Vernetzung der Museen und eine engere Zusammenarbeit.

Der Hessische Museumsverband werde die Einrichtungen mit Fortbildungsangeboten und Tipps für die Verbesserung ihrer Sammlungen unterstützen, sagte dessen Geschäftsführer Dr. Rolf Luhn. Die Museen müssten stärker als Baustein des Kulturtourismus akzeptiert werden.

Es sei zu sehen, „dass bei vielen Museen ein Stillstand eingetreten ist“, sagte Hauer. Zahlreiche Ausstellungskonzepte seien älter als zwölf Jahre. Es fehle teilweise an geeigneten Lagerräumen und barrierefreien Zugängen.

Die meisten Häuser versuchten ein Profil zu gewinnen, klagten aber über zu wenig Geld und seien „stark überbeansprucht.“ Die Hälfte der Häuser stehe vor einem Generationswechsel.

Als außerschulische Lernorte warteten viele Museen noch auf die „Entdeckung durch die Schulen“, sagte die Historikerin. Auch kämen weniger Touristen, als sie erwartet habe, in die Museen.

Bei der überregionalen Werbung wünschten sich viele Museen mehr Unterstützung. Hauer hofft, dass sich das durch eine Zusammenarbeit der Kreismuseen mit der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) und den Kasseler Museen bessert. Die MHK habe schon Bereitschaft zu gemeinsamen Ausstellungsprojekten signalisiert.

Die Studie hat laut Kreispressesprecher Harald Kühlborn etwa 40 000 Euro gekostet. Die Hälfte hat die Kasseler Sparkasse durch eine Spende an den Museumsverband finanziert.

Hintergrund

Diese Museen wurden untersucht

Untersucht wurden in der Studie das Klostermuseum Bad Emstal-Merxhausen, das Stadtmuseum Hofgeismar, das Regionalmuseum Wolfhager Land, die Schauenburger Märchenwache, das Naturparkzentrum Habichtswald-Dörnberg, das Regionalmuseum und das Bergwerksmuseum Rossgang sowie das Ziegeleimuseum (alle drei in Kaufungen), das Glasmuseum Immenhausen, das Waldensermuseum Gottstreu, das Tierparkmuseum Sababurg, das Landmuseum Wülmersen, das Webereimuseum Kircher und das Museum Kloster Hasungen.

Das Währungsmuseum in Fuldatal befand sich in einer Klärungsphase und wurde daher nicht mituntersucht. (pdi)

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