Gemeindeparlament: Mehrheit aus CDU und Grünen beschließt Verkauf des ehemaligen Feuerwehrhauses

Museum für Ahnatal ist vom Tisch

Ahnatal. In der Gemeinde Ahnatal wird es kein Heimatmuseum geben. CDU und Grüne entschieden während der Sitzung der Gemeindevertretung am Donnerstagabend mit ihrer Stimmenmehrheit, das ehemalige Feuerwehrhaus in Heckershausen zu verkaufen. Und sollte sich kein Käufer finden, den Gebäudekomplex zu vermieten.

Damit ist der Vorschlag vom Tisch, das Haus dem Geschichts- und Heimatverein zu überlassen. Der wollte dort die Geschichtsarbeit bündeln und ein Museum einrichten. Hierfür setzten sich bis zur Abstimmung Vertreter der SPD-Fraktion und LWG-Mann Achim Heuser ein.

In einer zum Teil sehr emotional geführten Debatte lobten alle Redner die Geschichtsarbeit vieler Ehrenamtlicher in den beiden Arbeitskreisen und dem neu gegründeten Verein. Daher falle die Entscheidung gegen ein Museum nicht leicht, betonte Michaela Prinz (Grüne). Zu einem Verkauf gebe es aber keine Alternative. Bei der schlechten Haushaltslage der Gemeinde könne man kein Geldgeschenk von 150 000 Euro an einen Verein machen. Außerdem sei seit den Planungen für das zentrale Feuerwehrhaus klar, dass die beiden alten Häuser verkauft werden.

Daran erinnerte auch Brunhilde Schmidt (CDU). Außerdem stellte sie die Positionen der Museumsbefürworter infrage. Die Summe von 13 500 Euro für Sanierung und Unterhalt sei zu gering angesetzt. Die Kosten-Nutzen-Rechnung des Geschichts- und Museumsvereins, nach der unterm Strich ein Plus für die Gemeinde herauskomme, verwies sie in das Reich der Fabel.

Dieter Schröder (SPD) ging mit den Gegnern des Museums und Bürgermeister Michael Aufenanger hart ins Gericht. Seit Jahren würden die Pläne verfolgt, die Geschichtsarbeit in Ahnatal zu bündeln und ein Museum einzurichten. Dies habe auch der Bürgermeister mit seinem Beschlussvorschlag Anfang des Jahres verfolgt, den er jetzt nur als Diskussionsgrundlage bezeichne, meinte Schröder. So könne man mit Vereinen nicht umgehen. Was solle denn jetzt mit den Exponaten und der Geschichtsarbeit werden? Hierzu sagten CDU und Grüne nichts.

Er sei ein großer Freund der Geschichtsarbeit, entgegnete Aufenanger und verwahrte sich gegen die Angriffe gegen ihn. Sein Vorschlag habe im Februar keine Mehrheit bekommen, sei damit erledigt gewesen. „Ich hätte gern ein Museum gehabt, wir können es uns aber nicht mehr leisten“, meinte Aufenanger und hoffte, dass weiter Geschichtsarbeit geleistet werde.

Von Michael Schräer

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