KSV-Orchester begeisterte 550 Zuhörer mit seiner musikalischen Wandlungsfähigkeit

Musik aus Lateinamerika

Witzige Moderatorin: Annette Böhle verkleidete sich als orientalische Prinzessin und scherzte häufig mit dem Publikum.

Baunatal. „Können Sie die Gewürze riechen, sehen sie die Schlangenbeschwörer und Kameltreiber?“, fragt Moderatorin Annette Böhle das Publikum. Als der KSV Musikzug die orientalisch anmutende Komposition „Auf einem persische Markt“ spielt, können solche Bilder vor dem geistigen Auge auftauchen.

Böhle hilft, verkleidet als orientalische Prinzessin, ein bisschen nach. Sie führt so witzig, charmant und bisweilen schnoddrig durchs Programm, dass Wetten-dass-Moderator Markus Lanz vor Neid erblassen würde.

Auf dem „persischen Markt“ hat das 550-köpfige Publikum am Sonntag beim Jubiläumskonzert des KSV-Orchesters zu seinem 50-jährigen Bestehen schon eine weite Reise hinter sich. Der Musikzug nahm es mit auf einen Streifzug durch New York und seine Jazz-Keller (New York Overture), durch Spanien mit seinen feurigen Pasodoble-Rhythmen und schließlich auch nach Böhmen: Die Polka-Fans sind immer noch eine starke Fraktion unter den Freunden der Blasmusik.

Die traditionelle Blasmusik gehört nach wie vor zum Pflichtprogramm eines Musikzugs. Doch das KSV-Orchester verlegte sich beim Jubiläumskonzert vor allem auf Schaulaufen und Kür. Es begeisterte unter der souveränen Leitung von Rudolf Daniel das Publikum mit seiner verblüffenden musikalischen Wandlungsfähigkeit. Die Akteure fühlen sich bei lateinamerikanischer Musik anscheinend genauso zu Hause wie beim Dixieland und symphonischen Kompositionen. Die Mixtur begeisterte. Man hörte aus den Zuschauerreihen Rufe des Entzückens, die man sonst nur bei Popkonzerten vernimmt. Schon beim zweiten Stück, dem musikalischen Streifzug durch New York gab es Bravo-Rufe aus dem Publikum.

Zum Erfolg trugen auch schöne Einzelleistungen bei: Achim Hartung, Marco Böhle und Torsten Kettler überzeugten mit hinreißenden Trompetensoli. Die Akteure an den Rhythmus-Instrumenten trieben die Bläser beim schwungvollen Santana-Medley vor sich her. Die Schlagzeuger waren auch beim Dixieland der Trumpf des Baunataler Musikzugs.

Wer den Musikzug am Sonntag nicht gehört hat, kann das schon in gut zwei Monaten nachholen: Am 24. Und 25. Mai veranstaltet das Orchester zu seinem Jubiläum Bläsertage auf dem Baunsbergparkplatz.

Von Peter Dilling

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