Mitarbeiter der Baunataler Diakonie feierten 50. Geburtstag mit einem bunten Abend – 300 Besucher begeistert

Musik machen geht auch ohne Noten lesen

Im Anzug: Die Tanzgruppe der Baunataler Werkstätten performte „Respect“ von Aretha Franklin. Foto: Dräger

Baunatal. Florian Müller gibt den Takt vor. Er spielt in der Trommelgruppe der Baunataler Werkstätten. Der 27-Jährige ist blind, hat ein sensibles Gehör. „Für das Trommeln muss man keine Noten lesen, das geht auch so“, sagt Müller.

Durch einen zehnwöchigen Kurs an der Musikschule kam er zum Trommeln, setzte sich 2002 hinter das Schlagzeug. Jetzt ist er Teil der Trommelgruppe und Schlagzeuger der Pick-Band - einer Musikgruppe, die nach ihrem Gründer Oliver Pick, dem Leiter der Baunataler Werkstätten, benannt ist. Beide traten am Wochenende bei der Feier zum 40. Geburtstag der Baunataler Werkstätten auf.

„Wir haben Kreativangebote“, erzählt Oliver Pick. Während der Arbeitszeit können die Behinderten am Chor, an einer Trommel- und Tanzgruppe oder der Malwerkstatt teilnehmen. Die Ergebnisse präsentierten die Männer und Frauen etwa 300 Besuchern während der Jubiläumswoche zum 50. Jahrestag der Baunataler Diakonie Kassel (bdks).

Eingeheizt

In schwarzen Anzügen begeisterte die Tanzgruppe die Besucher mit dem Lied „Respect“ von Aretha Franklin, heizte ihnen später mit einer Choreografie in Kapuzenpullovern ein.

Auf eine Reise in die Welt des kleinen Drachen Tabaluga nahm der Chor Flotte Note die Gäste während Peter Maffays „Nessaja“ mit. Auch Abbas „Mamma Mia“, „Alles nur geklaut“ von den Prinzen und der Beatles-Hit „Let it be“ hatten ihren Platz an diesem Abend.

Dazu gab es immer etwas Geschichte. Was hat der Beatles-Song mit der bdks zu tun? Drei Jahre bevor Paul McCartney den Welthit schrieb, wurde in der Heckerstraße in Kassel mit 14 behinderten Menschen eine „Beschützende Werkstatt“ gegründet - der Beginn der Werkstätten, erzählte ein Chormitglied. Das Publikum applaudierte nach jedem Auftritt.

„Frisch gestrichen“

Den musikalischen Abend schlossen die Band der Baunataler Werkstätten „frisch gestrichen“ und die Pick-Band. Bei der saß Florian Müller am Schlagzeug, mit Stöpseln in den Ohren.

„In der Band spielt er immer mit Lärmschutz. Er ist ja auf sein Gehör angewiesen“, sagte seine Mutter Gabriele Müller.

Von Magdalena Dräger

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