Chorvereinigung Altenritte und ihre Freunde begeisterten 550 Zuhörer in der Baunataler Stadthalle

Musikalische Reise zu den Wurzeln

Mit Trachten und alten Tänzen: Die Besser Volkstanzgruppe sorgte zwischen den Gesangsauftritten für Abwechslung auf der Bühne. Fotos: Dilling

Baunatal. Je älter die Geburtstagskinder, desto zahlreicher die Gäste: Diese Regel trifft zumindest auf die Chorvereinigung Altenritte zu, die am Sonntag mit rund 550 begeisterten Zuhörern bei ihrem Jubiläumskonzert zu ihrem 150. Geburtstag in der Baunataler Stadthalle wohl das schönste Geburtstagsgeschenk erhielt, was sich Sänger wünschen können. Sogar zusätzliche Stühle habe man wegen des großen Andrangs stellen müssen, berichtete die Vorsitzende Barbara Kleindiek.

Chorgesang pur, ohne Schnörkel und spektakuläres Drumherum, hat anscheinend trotz der Nachwuchsprobleme vieler Vereine noch eine große Fangemeinde. Die Chorvereinigung nahm ihr Publikum zunächst mit auf eine Reise zu ihren musikalischen Wurzeln um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Zum Auftakt sangen die Altenritter Friedrich Silchers „Wohin mit der Freud“, dann intonierten sie Weisen von Brahms und Mendelssohn Bartholdy, unterstützt von der schönen, intensiven Stimme ihrer langjährigen Dirigentin Dorina Schmidt.

Die Aktiven bewiesen vor allem bei „Dat du min Leevsten büst“, dass sie die Meister der leisen Töne, der genauen Einsätze und der Klangnuancen sind. Später sang der Chor eingängige Spirituals und zeigte zum Ende des Konzerts, dass das traditionelle Volkslied längst noch nicht tot ist. Er präsentierte Volkslied-Evergreens wie „Ein Vogel wollte Hochzeit machen“ in neuem musikalischem Gewand. Das gefiel auch dem Ehrenpräsidenten des Mitteldeutschen Sängerbunds, Hans-Hermann Spitzer, und dem Chef des Sängerkreises Kassel, Klaus-Dieter Kaschlaw, im Publikum.

Zu der etwas frauenlastigen Chorvereinigung bildete der Männerchor Birkenbringhausen aus dem Waldeckischen mit Bundeschorleiter Karl-Heinz Wenzel am Dirigentenpult den klanglichen Kontrast. Die stimmstarken Herren intonierten nicht nur Schubert und Silcher, sondern auch den traditionellen Gospelsong „Kumbayah my Lord“ und die Musical-Melodie „The Lion sleeps Tonight“. Schließlich wurde dem Publikum auch etwas fürs Auge geboten: Die Volkstanzgruppe Besse, die mit den Altenritter befreundet ist, wirbelte zu Akkordeonklängen in niederhessischen Spitzbetzeltrachten über die Bühne. Diese waren auch zu der Zeit in Mode, als der Altenritter Chor noch ganz jung war.

Von Peter Dilling

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