Mana Usui und Yasuka Nambu spielten in Ihringshausen

Musikalischer Genuss

Überzeugten: Flötistin Yasuka Nambu (links) und Organistin Mana Usui traten in der Ihringshäuser Kirche auf. Foto: Dorn/nh

Fuldatal. Es ist das Verdienst des Ihringshäuser Kulturvereins Foki, in einem vielgestaltigen Programmangebot auch renommierte Künstler in die kulturelle Peripherie zu holen.

Mit einem Konzert für Orgel und Flöte unter dem Titel Novemberklänge waren jetzt zwei japanische Künstlerinnen zu hören, deren musikalische Prägung jedoch anteilig in Deutschland geschah.

Mana Usui, in Kassel lebende Konzertorganistin aus Kyoto, erwarb ihr Orgeldiplom an der Musikhochschule Frankfurt, Yasuka Nambu aus Tokyo studierte Querflöte in den USA und an der Musikhochschule Hannover. Die beiden charmanten Künstlerinnen waren schon mehrmals in Ihringshausen zu hören.

Mit Bachs c-moll-Präludium und Fuge brachte Mana Usui das nicht gerade groß dimensionierte Orgelinstrument wirkungsvoll zur Geltung, wobei die Choralvariationen von Matthias Weckmann unerwartet viel klangliche Abwechslung brachten – der cantus firmus, die Choralmelodie, war durch entsprechende Registrierung immer deutlich zu hören. Am ehesten novembergemäß – am Vorabend des Totensonntags – stellten sich die Liedvariationen von Sweelinck über „Mein junges Leben hat ein End“ dar. Auch hier viele Facetten von Orgelklang.

Virtuosentum

Flötistisches Virtuosentum, versiert begleitet durch die Orgel, entfaltete Yasuka Nambu ganz lieblich bei Vivaldi, romantisch-schwärmerisch bei Massenet und ganz außergewöhnlich bei einem japanischen Komponisten namens Koichi Kishi. Die Flötistin erzählte das in Japan bekannte Märchen, das der Musik „Taketori’s Story“ zugrunde liegt. Die Musik hörte sich auch an wie eine spannend erzählte Geschichte.

Scarlatti und Corelli boten musikalischen Genuss, von zwei Könnerinnen ihres Fachs charmant dargeboten, für die die großen Dome, sogar die Carnegie Hall, als Auftrittsorte nichts Unübliches sind, die sich aber bestens auf die kleinere Kirche mit dichtem Publikumskontakt einstellen konnten.

Dabei war es für das Publikum besonders schön, nicht wie es bei Orgelkonzerten üblich ist von hinten beschallt zu werden, sondern auf den umgestellten Kirchenbänken den Blick nach oben auf die Orgelempore richten zu können und bei zauberhaften Klängen auch fernöstliche Anmut zu erleben.

Von Angelika Grosswiele

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