Nach Brand in Baunatal: Familie steckt der Schreck in den Knochen

Baunatal. „Wir sind froh, dass niemandem etwas passiert ist.“ Das sagen die Mitglieder der Familie Born einhellig nach dem Brand am Donnerstagnachmittag in ihrem Haus an der Gustav-Heinemann-Allee. Ihnen steckt der Schreck noch in den Knochen.

Die Balken des Dachstuhls sind schwarz verkohlt, genauso wie fast die gesamte Küche, die sich im Oberschoss befindet. Von dort aus war der Brand ausgegangen, vermutlich aufgrund eines technisches Defektes.

Lesen Sie auch

Feuer in Baunatal: Wehr rettete zwei Hunde

Am Tag nach dem Feuer ist bei den Borns Aufräumen angesagt, ein Spezialist der Polizei sucht in der Küche nach der genauen Brandursache, im ganzen Haus riecht es nach Ruß. Fast den ganzen Donnerstagnachmittag waren 38 Feuerwehrleute damit befasst, die Flammen unter Kontolle zu bringen. Nach dem ersten Löschen war der Dachstuhl nämlich erneut durchgezündet.

Der Baunataler Familie ist der Schrecken noch anzumerken, den die Flammen im eigenen Haus ausgelöst haben. „Das ist ein Alptraum“, sagt Manfred Born. Und Ehefrau Stephanie ergänzt: „Es ist furchtbar.“ Die 51-Jährige hatte kurz vor dem Ausbrechen des Feuers das Haus in dem ruhigen Wohngebiet verlassen. Glücklicherweise, sagt sie, habe sie das Enkelchen mitgenommmen.

Feuer in Baunatal: Wehr rettete zwei Hunde

Flashover ist gefährlich

Bei dem Brand hatte ein Glutnest unter der Dachisolierung nach dem ersten Löschen erneut für ein plötzliches Ausbreiten der Flammen gesorgt. Glücklicherweise oberhalb des Daches. Bei einem Durchzünden in einem Raum sprechen die Wehrleute von einem Flashover. Dieser ist für sich dort aufhaltende Leute gefährlich.

Das Internet-Lexikon Wikipedia besagt: „Der Flashover (Durchzündung) ist eine Phase innerhalb eines Brandereignisses und bezeichnet den schlagartigen Übergang eines Schadenfeuers (z. B. Zimmerbrand) von der Entstehungsphase hin zur Vollbrandphase. Dieser Vorgang ereignet sich zumeist sehr rasch über den gesamten Brandraum.“ (sok)

Auch Tochter Patricia war zu diesem Zeitpunkt nicht im Gebäude. Sie habe von ihrem Vater per Telefon am Arbeitsplatz erfahren, dass es zu Hause brennt, berrichtet die 24-Jährige. „Ich habe nur gehofft, dass den Hunden nichts passiert ist“, sagt Patricia weiter. In der Tat waren die beiden Schäferhunde der Familie im Haus geblieben. „Als ich dort ankam, sah ich, dass jemand die Hunde an der Leine hatte.“ Mitglieder der Feuerwehr hatten die Tiere bereits aus dem brennenden Gebäude geholt.

Für eine Katze, die sich genau im Obergeschoss aufhielt, kam aber jeder Hilfe zu spät. Zumal die Bänder der Rolläden im Oberschoss aufgrund der Hitze geschmolzen seien, berichten die Borns. dadurch seien die Rolläden von alleine runtergeknallt und hätten so sämtlich Fluchtwege für das Tier durch die Fenster versperrt.

Die Nacht haben die Borns im eigenen Haus verbracht. Das Untergeschoss sei doch weniger in Mitleidenschaft gezogen worden als zunächst angenommen. Die Schäden durch Rauch und Löschwasser seien dort nicht so groß. Trotz des Unglücks will die Familie in die Zukunft blicken. Das betont Stephanie Born. „Die Versicherung hat uns Mut gemacht, dass in sieben, acht Wochen alles wieder in Ordnung ist.“

Die Polizei geht weiterhin von einem technischen Defekt eines Küchengerätes aus. Die Geräte sind aber duch die Hitze so verschmolzen, dass eine eindeutige Ursache nicht zu klären sei, so Sprecher Wolfgang Jungnitsch. Die Schadenhöhe gibt die Polizei mit 70.000 bis 80.000 Euro an.

Von Sven Kühling

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.