Nach Brand: Fachwerkhaus droht der Abriss

Helsa. Im historischen Ortskern von Helsa ist das Merten-Jäger-Haus, ein altes Fachwerkhaus an der Berliner Straße, in der Nacht zu Sonntag Raub der Flammen geworden. Verletzt wurde niemand, aber nun droht dem alten Haus der Abriss.

Nach Angaben der Polizei ist das Haus stark einsturzgefährdet und muss womöglich abgerissen werden. Am Montag hat die Kriminalpolizei die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. "Die Kollegen sind nicht weiter als bis zum ersten Stock gekommen", teilte Polizeisprecherin Sabine Knöll auf Anfrage unserer Zeitung mit.

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Weil das Fachwerkhaus einsturzgefährdet ist, konnten die Beamten nicht zum Brandherd vordringen. Nun werde wegen der Brandursache in "alle Richtungen ermittelt", sagt Knöll. Weder Brandstiftung noch ein technischer Defekt können als Ursache für das Feuer ausgeschlossen werden. Die Polizei sucht nun nach Zeugen, die Angaben zum Brand machen können.

Wie Corinna Ziech von der Pressestelle der Gemeinde Helsa mitteilte, steht das Haus seit Februar diesen Jahres leer. Es gehöre einem Privatmann aus Helsa. In der Nacht zu Sonntag hatte die Feuerwehr gegen Mitternacht den Notruf erhalten. Die Wehrleute waren schnell am Brandort, die Wache liegt nur 200 Meter entfernt vom Fachwerkhaus. Als die Feuerwehrleute eintrafen, standen das zweite und dritte Obergeschoss sowie der Dachstuhl in Flammen, berichtete Helsas Gemeindebrandinspektor Timo Schröder. Die Bebauung mit den Fachwerkhäusern ist im Bereich der Berliner Straße sehr eng.

Feuer in Helsa: Dachstuhl eines Fachwerkhauses brannte

Die Feuerwehr konnte glücklicherweise den Übergriff der Flammen auf benachbarte Häuser verhindern. "Wir waren von Mitternacht bis morgens um 7.30 Uhr im Einsatz", berichtet der Brandschützer. Die Gemeinde hofft, dass das Fachwerkhaus erhalten werden kann. "Es gehört einfach zum Ortsbild dazu", sagt Ziech. Wenn das Haus abgerissen werden müsste, würde eine große Lücke im Ortskern entstehen.

Das viergeschossige Fachwerkhaus, das im 17. Jahrhundert erbaut wurde, steht schräg gegenüber der Kirche und gehört zur historischen Fachwerkzeile des Ortskerns. Vor einigen Jahren gab es ein Blumengeschäft im Erdgeschoss des Hauses. Die Wohngeschosse waren damals teilweise von Monteuren und Vorarbeitern bewohnt, die bei der Firma Format Tresorbau in Hess. Lichtenau gearbeitet hatten, berichtet Ziech. Zuletzt hätten Privatpersonen im Haus gewohnt. Hinweise an die Polizei Kassel, unter der Telefonnummer 0561/9100. (bas)

Hintergrund:

Haus erinnert an berühmten Bürger aus Helsa Das Fachwerkhaus an der Berliner Straße stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist auch als Merten-Jäger-Haus bekannt. Das Haus ist von innen und außen denkmalgeschützt, berichtet Corinna Ziech, Pressesprecherin der Gemeinde Helsa. Die verzierte Tür stamme aus dem Jahr 1847. Am Seitengiebel des Hauses sieht man ein Schnitzwerk aus dem 18. Jahrhundert, welches einen bärtigen Mann mit Hund und Gewehr als Jäger darstellt.

Das Schnitzwerk erinnert an den berühmten Helsaer Bürger Merten Jäger. Die Sage erzählt, er habe den Helsaern im Dreißigjährigen Krieg eine Kirchenglocke gerettet. Im historischen Ortskern von Helsa gibt es auch den Merten-Jäger-Brunnen, der sich etwa hundert Meter entfernt von der Kirche befindet.

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