Vorwurf: Schwere Brandstiftung

Nach Brand in Wohn- und Geschäftshaus: 40-jähriger Lohfeldener verhaftet

+
Schreckensszenario: Als die Feuerwehr am Brandort eintraf, drang dichter Qualm aus dem Wohn- und Geschäftshaus. Die Bewohner mussten evakuiert werden, zwei von ihnen kamen mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus. Archivfoto: Koch  

Lohfelden / Kassel. Ein halbes Jahr nach dem verheerenden Brand eines Wohn- und Geschäftshauses in Lohfelden hat die Polizei einen Tatverdächtigen festgenommen. Entsprechende Informationen der HNA bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, Dr. Götz Wied, am Montag auf Anfrage.

Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen 40-jährigen Mann aus Lohfelden, der selbst in dem Haus in der Hauptstraße einen Laden betrieb. Der Verdächtige sitzt inzwischen in Kassel in Untersuchungshaft.

Lesen Sie auch: 

Großeinsatz in Lohfelden: Mehrfamilienhaus stand in Flammen

Lohfelden: Feuer in Ladengalerie entstand durch Brandstiftung

Nach Großbrand in Lohfelden: Ermittlungen dauern an

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann schwere Brandstiftung vor. Der Verdächtige soll am Nachmittag des 26. Oktober 2013, einem Samstag, die Kellerräume des Gebäudes in Brand gesteckt haben. Seitens der Staatsanwaltschaft geht man von Versicherungsbetrug aus. An dem Gebäude entstand ein Sachschaden in Höhe von 350 000 Euro.

Nach den Erkenntnissen der Ermittler benutzte der Mann für die Brandstiftung Benzin. Bei dem Feuer wurden zwei Mieter des Hauses mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in Krankenhäuser gebracht. Mehrere Bewohner des völlig verrauchten Gebäudes mussten ausquartiert werden. Sie wurden unter anderem vorübergehend in der Lohfeldener Kulturhalle untergebracht.

Vor seiner Festnahme wurde der mutmaßliche Brandstifter offenbar über Monate von der Polizei beobachtet. Der Sprecher der Staatsanwaltschaft erklärte gegenüber der HNA, es habe „längere Überwachungsmaßnahmen“ gegeben.

Zu der Frage, ob der Täter allein gehandelt hat oder vielleicht Komplizen hatte, hielt sich die Staatsanwaltschaft am Montag bedeckt. Die Ermittlungen in dem Fall seien noch nicht abgeschlossen, erklärte Wied.

Archivbilder: Großeinsatz in Lohfelden nach Explosion

Großeinsatz in Lohfelden nach Explosion

Möglicherweise ist der Geschäftsmann für ein weiteres Feuer verantwortlich, bei dem die Gartenhütte des 40-jährigen abbrannte. Bei der Staatsanwaltschaft bestätigte man am Montag lediglich, dass der Tatverdächtige Besitzer der Gartenhütte war.

Nach dem Brand des Wohn- und Geschäftshauses hatten die Spezialisten der Polizei in Lohfelden zunächst längere Zeit nach der Brandursache gesucht.

Auch die von einer Versicherung ausgesetzte Belohnung in Höhe von 5000 Euro führten nur zu wenigen Hinweisen aus der Bevölkerung. Erst Anfang des Jahres stand nach aufwändigen Untersuchungen fest: Das Feuer wurde vorsätzlich gelegt.

Von Peter Ketteritzsch

Archiv-Videos: Großeinsatz in Lohfelden und der Tag danach

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.