Nach Feuer in Bus: „Fahrer hat besonnen gehandelt“

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Völlig ausgebrannt: Mitglieder der Baunataler Feuerwehr löschten die Flammen mit Schaum. Kurz zuvor saßen in dem Bus 19 Schulkinder, ein jugendlicher Praktikant, zwei Lehrerinnen und der 73-jährige Busfahrer.

Schauenburg/Baunatal. 19 Grundschulkinder aus Schauenburg schrammten am vergangenen Freitag nur knapp an einer Katastrophe vorbei. Der Bus, in dem die Kinder der Breitenbacher Johann-Friedrich-Krause-Schule saßen, brachte diese vom Schwimmunterricht im Baunataler Aqua-Park zurück zur Schule. 

Auf der Auffahrt zur Landesstraße 3215 (ehemalige B 520) fing das Fahrzeug Feuer und brannte anschließend vollständig aus. Die Kinder, ein Praktikant, zwei Lehrerinnen und der 73-Jährige Busfahrer retteten sich ins Freie. Einige Fragen sind nach diesem Ereignis noch offen.

Ist es üblich, dass ein 73-Jähriger im Schulbusbetrieb eingesetzt wird? Dass ein Fahrer über 70 einen Bus mit Schulkindern steuert, ist für den Schulträger, den Landkreis Kassel, nichts Ungewöhnliches. Das Alter eines Busfahrers sei nicht entscheidend, sagt Landkreissprecher Harald Kühlborn. Wichtig sei, dass ein Busfahrer immer wieder seine Eignung nachweise. „Und die hat er nachgewiesen.“

MPU für Fahrer über 50

Das bestätigt auch Elvira Venema, Prokuristin beim Baunataler Busunternehmen Börner Reisen, das vom Landkreis Kassel mit dieser Tour beauftragt war. Alle Busfahrer über 50 müssten sich der Sonderuntersuchung MPU stellen, sagt sie. Der 73-Jährige habe außerdem alle Tests der Gesundheitsbehörden erfolgreich absolviert.

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Venema stellt desweiteren heraus, dass sich der Fahrer in der Notsituation excellent verhalten habe. Nachdem die Fahrgäste festgestellt hatten, dass es aus dem Radkasten qualmt, habe der Fahrer den Bus noch über eine Brücke im Bereich der Auffahrt gesteuert, damit die Kinder Platz zum Aussteigen gehabt hätten, berichtet sie. „Der Fahrer war der ruhigste Mensch im Bus. Er war extrem besonnen.“ Aus Richtung der Schulgemeinde hatte es nämlich auch Fragen gegeben danach, warum der Fahrer noch einige Meter weiter gerollt war und nicht sofort angehalten hatte.

Monika Salzmann, Leiterin der Breitenbacher Grundschule, nennt einen weiteren Verkehrsteilnehmer, der in der Gefahrensituation richtig reagiert habe. Ein junger Autofahrer habe hinter dem Bus angehalten und anschließend den Lehrerinnen geholfen, dass die Kinder schnell aus dem Fahrzeug kamen, berichtet Salzmann. „Das ist nicht selbstverständlich. Das finde ich Klasse.“

Eine weitere Frage, die nach dem Unglück häufiger gestellt wurde: Handelte es sich um einen neueren oder um einen älteren Bus, der von dem Unternehmen für die Fahrt eingesetzt wurde? „Es war eine Mercedes Bus“, sagt Elvira Venema, „das neue Modell.“ Landkreissprecher Harald Kühlborn bestätigt das. „Das war ein ganz moderner Bus“, sagt er. Ursache sei ein technischer Defekt gewesen, „der auch bei neuen Bussen passieren kann“. Die ganz genaue Grund für den Busbrand ist bislang nicht ermittelt worden. „Wir gehen von einer technischen Ursache aus“, sagt Polizeisprecherin Sabine Knöll. Alle Details sowie die Hinweise von Zeugen sprächen dafür.

Von Sven Kühling

Bus in Altenritte ausgebrannt

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