Unwetter wütete besonders in Helsa und Söhrewald: Pony von Baum erschlagen, Feuerwehr rettet junge Autofahrer

Nach Hagelschlag Tramgleis blockiert

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Schlammflut: In St. Ottilien flossen gleich zwei Schlammwellen durch sechs Wohnhäuser, sie wurden von der Feuerwehr gereinigt.

Helsa/Söhrewald. Das Unwetter am Sonntagnachmittag hat im Altkreis Kassel vor allem in Helsa und Söhrewald schwere Schäden verursacht. An insgesamt 60 Einsatzstellen waren die örtlichen Feuerwehren in den beiden Gemeinden aktiv.

Meist waren Keller vollgelaufen und Bäume umgestürzt. Bis in die Nacht waren die Helfer im Einsatz. Verletzt wurde niemand, über die Höhe der Schäden gibt es keine Angaben.

Am Montag waren Forst-Mitarbeiter mit großen Harvester-Erntemaschinen beschäftigt, die Straße zwischen Wattenbach St. Ottilien frei zu bekommen. Der Sturm hatte etliche Bäume auf die Straße geworfen. Die Straße zwischen Wattenbach und Wollrode ist noch gesperrt.

Bilder vom Unwetter im Landkreis

Unwetter im Altkreis Kassel

Mitarbeiter der KVG bemühten sich am Montag, die Lossetalstrecke wieder befahrbar zu machen. Zwischen Helsa und Hess. Lichtenau hatten umgestürzte Bäume den Fahrdraht beschädigt. Ab 16 Uhr konnten die Straßenbahnen der Linie 4 wieder auf den Schienen verkehren. Am Sonntag hatte starker Hagel ab 15.45 Uhr die Bahnstrecke lahm gelegt; bis zu 40 Zentimeter hoch lagen die Hagelmassen bei Hessisch-Lichtenau auf dem Gleisbett. Für die Fahrgäste wurde ein Ersatzverkehr eingerichtet.

In Hess. Lichtenau blockierten bis zu 40 Zentimeter hohe Hagelhaufen das Gleis.

90 Feuerwehrleute aus den vier Ortswehren waren in Helsa von 15.54 Uhr bis ein Uhr nachts an 34 Stellen im Einsatz. Schwerpunkt war St. Ottilien, wo sechs Wohnhäuser gleich zweimal von Schlammmassen heimgesucht wurden: eine erste Welle schwappte nach dem Starkregen kurz vor 16 Uhr ins Dorf, eine weitere gegen 19 Uhr. Da hatte die Feuerwehr die sechs Häuser bereits einmal gereinigt. Im Alten Weg in Helsa standen drei Keller unter Wasser. In Eschenstruth wurde ein Pony vom einzigen Baum auf der Weide erschlagen.

Auf der Straße nach Friedrichsbrück steckte ein Auto mit vier jungen Leuten zwischen zwei umgestürzten Bäumen fest. Auch andernorts musste die Feuerwehr viele Bäume beseitigen.

Aktualisiert um 16.45 Uhr

Die drei Söhrewalder Feuerwehren waren bis 23.30 Uhr an 25 Stellen im Einsatz. In Wattenbach ergossen sich mehrere Schlammbäche ins Dorf. Hagelhaufen setzten die Kanalschächte zu, Schlamm von den abgeernteten Feldern füllte die Flutgräben und verhinderte das Abfließen des Regenwassers. In Wattenbachströmte Wasser durch ein Wohnhaus, der Eigentümer bezifferte seinen Schaden auf 100 000 Euro.

Bürgermeister Michael Steisel (SPD) hat Landrat Uwe Schmidt (SPD) aufgefordert, den Katastrophenfall für den östlichen Altkreis auszurufen. Das hätte zur Folge, dass die betroffenen Einwohner neben ihrem Schaden nicht auch noch für die Hilfseinsätze zur Kasse gebeten werden.

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