Nach Protesten: Feuerwehren erhalten Einsatzpläne

Gefährlich: Im Mai ging in der Nähe des Bilsteins oberhalb von Großalmerode ein Holzrückfahrzeug in Flammen auf. Die Feuerwehr hatte Probleme, ausreichend Löschwasser an den Brandort zu befördern. Archivfoto: nh

Nieste/Kaufungen/Helsa. Hätte der Rettungshubschrauber Christoph 7 Ende März den Feuerwehrleuten nicht im Tiefflug den Weg zu der brennenden Forstmaschine unweit der Auerhahnshütte gewiesen, dann wäre es im Kaufunger Wald wahrscheinlich zu einem Brand gekommen.

Dass die Wehrleute die Luftretter aus Kassel benötigten, lag an einem Versäumnis des Landesbetriebs Hessenforst. Der hatte einen Erlass des Umweltministerium in Wiesbaden ignoriert und die Feuerwehren nicht wie gefordert mit Einsatzplänen zur Waldbrandbekämpfung ausgestattet.

Als es dann in diesem Frühjahr im Kaufunger Wald gleich zweimal brannte, tappten die Feuerwehrleute aus Kaufungen, Nieste und Helsa im Dunkeln. Wichtige Informationen über Anfahrtswege, Rettungspunkte und Löschwasserteiche standen ihnen nicht zur Verfügung.

Sebastian Mazassek

Das hat sich jetzt geändert: Nach einem Protest der Feuerwehren und der betroffenen Gemeinden, der von Niestes Bürgermeister Edgar Paul (SPD) angeführt wurde, hat das zuständige Forstamt Hessisch Lichtenau die Einsatzpläne vorgelegt. Das bestätigte Sebastian Mazassek, beim Landkreis Kassel für den Brand- und Katastrophenschutz zuständig, auf HNA-Anfrage. Gegenwärtig würden Änderungswünsche eingearbeitet.

So werde beispielsweise die Leistungsfähigkeit der Löschteiche eingearbeitet, außerdem würden die Karten an der Peripherie erweitert. Dies sei sinnvoll, so Mazassek, weil sich auch außerhalb des Waldes Stellen befänden, an denen Löschwasser gefördert werden kann. Auch in Nieste ist man mit der Entwicklung zufrieden. „Hessenforst hat einen großen Schritt nach vorn gemacht“, sagt Büroleiter Helmut Lippert. „Die Pläne sind in Ordnung, es ist alles drin“, so Kaufungens Bürgermeister Arnim Roß (SPD).

Lucia Puttrich

Während in der Region niemand bestreitet, dass die Sache nicht gut gelaufen ist und selbst Hessenforst-Sprecherin Petra Westphal schon Anfang Juni zusicherte, Abläufe zu überprüfen, um Verbesserungen zu erreichen, will man in Wiesbaden von Fehlern nichts wissen.

„Der Landesregierung sind weder Ereignisse noch Versäumnisse bekannt, die an der Umsetzung des Erlasses Zweifel aufkommen lassen“, heißt es in der Antwort von Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) auf eine Anfrage des SPD-Landtagsabgeordneten Timon Gremmels (Niestetal). Und weiter: „Der Landesregierung und dem Landesbetrieb Hessenforst liegen keine Hinweise für eine schleppende Umsetzung von Vorgaben vor.“ Doch im Weiteren widerspricht sich die Ministerin und räumt doch noch Versäunisse ein. „Im Forstamt Hessisch Lichtenau hat sich die Abstimmung zur Kartenbereitstellung mit den für Brandschutz zuständigen Stellen, insbesondere aufgrund zu bewältigender, großflächiger Kalamitäten (Schäden an Waldbeständen, Anmerkung der Redaktion) verzögert.“ Von Peter Ketteritzsch

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