Gertrud und Fritz Johannes aus Vellmar feiern heute Fest der Eisernen Hochzeit

Nach der Trauung gab’s ein Schwein

Damals: Traditionell mit Frack und Zylinder heiratete Fritz Johannes seine Braut Gertrud am 14. Dezember 1947, einem sehr kalten Wintertag, in Lutherberg. Repro: Brandau

Vellmar. Es kommt nicht sehr häufig vor, dass ein Paar 65 Jahre verheiratet ist. Den Eheleuten Gertrud und Fritz Johannes aus Vellmar ist dies jedoch vergönnt. Die beiden feiern heute ihre Eiserne Hochzeit im Kreis ihrer Kinder, Enkel- und Urenkel.

„Es waren sehr schlechte Zeiten, als wir uns am 14. Dezember 1947 in Lutherberg das Ja-Wort gaben“, erinnert sich Fritz Johannes. Er weiß noch ganz genau, wie er Gertrud, seine spätere Frau, kennen und lieben lernte. Der Kasseler Junge kam mit einem Freund am 1. Mai 1946 zum Tanz nach Lutherberg und dort geschah es auch, dass sich die beiden verliebten. Nur 18 Monate später traten sie vor den Altar und gelobten sich die Treue. Ein Treueschwur, der für das ganze Leben Gültigkeit haben sollte.

„Zur Hochzeit sei ein Schwein geschlachtet worden und der Nachbar habe ein halbes Schaf geschenkt“, erzählt Gertrud Johannes. Auch Geschenke gab es damals, allerdings wenige und wenn, dann immer etwas Praktisches wie Kochtöpfe oder Kuchenformen. An eine Hochzeitsreise dachte in dieser Zeit niemand.

Bis heute tragen die Eheleute ihre Ringe. Das sei ein Symbol der Verbundenheit, was auch jeder sehen könne, meint das Jubelpaar. Das Geheimnis einer langen und glücklichen Ehe sei, dass man sich liebe, gegenseitiges Vertrauen habe und den Ehepartner stets respektvoll behan-dele, sind sich die beiden einig. So versorgen sie heute ihren Haushalt im Vellmarer Stadtteil West gemeinsam. „Wir freuen uns, dass wir hier in dieser jungen und modernen Stadt eine neue Heimat gefunden haben, in der wir unseren Lebensabend verbringen und vielleicht auch noch unsere Gnadenhochzeit feiern dürfen“, sagt Fritz Johannes augenzwinkernd und stößt mit seiner Frau zunächst erst einmal auf die heutige Eiserne Hochzeit an.

Von Werner Brandau

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