Behörden: Kein Problem

Nach Unfall auf Zebrastreifen: Mutter beklagt Situation

Schauenburg. Wären Nicole König und Töchterchen Alina (6) einen Schritt weiter auf den Zebrastreifen getreten, dann wären sie sicher schwer verletzt worden.

Der Autofahrer, der in diesem Moment auf der Korbacher Straße in Breitenbach den Überweg in Höhe der Heinrichstraße passiert, hat noch nicht einmal seine Geschwindigkeit verringert, obwohl er dazu Zeit gehabt hätte.

Eine Situation, wie sie häufig an diesem Punkt vorkomme, sagt die 39-jährige Mutter. Und: Ich schicke meine Tochter schon gar nicht mehr allein über den Zebrastreifen.“

Fußgänger, die an dieser Stelle die stark befahrene Verkehrsader überqueren wollen, leben nach Beobachtung der Breitenbacherin gefährlich. Die Mutter kennt die Situation bestens. Sie ist in Breitenbach aufgewachsen und wohnt mit ihrer Familie seit acht Jahren an der Ecke zur Heinrichstraße. König äußert ihre Bedenken auch deshalb, weil kürzlich ein achtjähriger Junge, der am selben Punkt mit seinem Roller vom Bürgersteig der Korbacher Straße auf den Zebrastreifen abbog, von einem Auto erfasst und zu Boden geschleudert wurde. Es blieb glücklicherweise bei leichten Verletzungen.

Nicole König hält die Situation für unübersichtlich, auch wenn die Ermittlungen der Polizei inzwischen ergaben, dass der Junge nicht aus der Heinrichstraße gekommen ist, sondern von der Schule parallel zur Fahrtrichtung des Autos an der Korbacher Straße lief.

Zwei Gründe

Zwei Gründe sind laut König für gefährliche Situationen verantwortlich: Zum einen sind Fußgänger, die aus der Heinrichstraße kommen, für Autofahrer ganz spät zu sehen. Das liegt an der steil aufsteigenden Böschung des Eckgrundstückes. „Selbst wenn man 50 fährt, man sieht es wirklich spät“, sagt König. Zum anderen ließen immer wieder Verkehrsteilnehmer Rücksicht auf Fußgänger, die am Zebrastreifen stehen, vermissen. Fahrer stoppten nicht, obwohl klar erkennbar ist, dass jemand den Überweg nutzen will.

Die Beobachtungen der Anwohnerin sind allerdings bei den Behörden kein Thema. „Das kann ich so nicht bestätigen“, sagt beispielsweise Helmut Loose, Chef des Baunataler Polizeireviers Süd-West. „Für mich ist die Situation völlig unproblematisch.“

Auch Polizist Carsten Neurath, ebenfalls vom Revier Süd-West, der denn Unfall mit dem Achtjährigen bearbeitet hat und aus Martinhagen kommt, sieht kein erhöhtes Gefahrenpotenzial für Fußgänger. Schließlich hätten diese an einem Zebrastreifen den Autofahrern deutlich anzuzeigen, dass sie die Straße überqueren wollen. Neurath weist aber auch darauf hin, dass Autofahrer auch „mit mäßiger Geschwindigkeit“ auf einen Überweg zufahren müssen.

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