Nachbarschaftsstreit um fallendes Laub: Eichen sollen weichen

Er will nicht nachgeben: Manfred Kreiß möchte seine beiden großen Eichen stehen lassen. Links unten ist das Haus des Nachbarn zu sehen, dem sie ein Dorn im Auge sind. Foto:  Dilling

Fuldabrück. Vor beinahe 40 Jahren hat Manfred Kreiß das große Eckgrundstück an der Waldstraße in Dörnhagen gekauft. Der Schmiedemeister ist stolz auf seine beiden mächtigen Eichen am Grundstücksrand, die weit über 100 Jahre alt sein dürften. Doch nun sollen auch noch die beiden letzten Eichen weg.

Jedenfalls wenn es nach seinem Nachbarn von gegenüber geht. Der hat inzwischen einen Anwalt eingeschaltet und Fristen gesetzt.

Der Streit um die beiden Eichen schwele schon seit einigen Jahren, erzählt Kreiß. Der Nachbar habe sich über das viele Laub beschwert, das auf dessen Grundstück falle und über Äste, die bei starkem Wind von den Riesen herabfallen. Mit dem Laub, das stimme schon, sagt der Schmiedemeister. Und dass manchmal morsche Äste herunterkommen, sei normal bei diesen alten Bäumen, meinter. Er habe schon Laub bei seinem Nachbarn weggekehrt und Äste aus den Bäumen geschnitten, erzählt Kreiß und ergänzt: „Alles um des lieben Friedens willen.“ Vergeblich.

Inzwischen grüße man sich nicht mehr. Denn Fällen will der Schmiedemeister die Bäume auf keinen Fall, schon wegen der Eichhörnchen und Vögel, denen sie als Unterschlupf dienten.

Einer der Bäume drohe auf die Waldstraße zu stürzen. Und wegen des Laubs der Bäume, das auf seinem Dach lande, könne er keine Sonnenkollektoren installieren, heißt es im Anwaltsschreiben des Nachbarn. Der Kasseler Jurist hat die Gemeinde Fuldabrück zum Einschreiten aufgefordert.

Es gab einen Ortstermin mit dem Bauamt und der Unteren Naturschutzbehörde. Die Gemeinde will die Bäume erhalten. Die seien gesund und prägend für das Ortsbild, sagt Bauamtsleiter Willi Eurich. Es wäre ein Frevel, sie umzuhauen, meint er. Er habe mit Kreiß vereinbart, dass dieser das Totholz aus den Eichen herausschneidet. Dazu ist der Schmiedemeister, der Unterstützung für den Erhalt der Bäume von zwei weiteren Nachbarn bekommt, bereit.

Vielleicht ist der Streit damit schon ausgestanden. In erster Linie gehe es seinem Mandanten um die Sicherheit, sagt Rechtsanwalt Dietrich Berding. Bis zu zwei Meter lang seien die Äste, die schon herabgestürzt seien. Das sei auch gefährlich für die Autos auf der Waldstraße. Sein Mandant habe Fotos gemacht. Wenn Kreiß das Totholz herausschneide sei das schon „ein großer Schritt“, meint Berding. Der Jurist lässt offen, ob er mit seinem Mandanten vor Gericht ziehen wird. Die zivilrechtliche Lage sei kompliziert. Das müsse er noch genau prüfen.

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